Faule Kredite Kompromiss für Italiens Banken

Staatsgeld für marode Kreditinstitute? Das sollte es in Europa nicht mehr geben. Doch in Italien soll jetzt nach SPIEGEL-Informationen womöglich der Steuerzahler den Kleinsparer retten.

Finanzviertel in Mailand
REUTERS

Finanzviertel in Mailand


Bei den Gesprächen zwischen der EU-Kommission und Italien über die Stützung mehrerer angeschlagener Banken zeichnet sich ein möglicher Kompromiss ab. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will sich Italien an die sogenannte Abwicklungsrichtlinie halten, die verhindern soll, dass der Steuerzahler allein für die Verluste von Banken haftet und stattdessen die Anteilseigner und Gläubiger heranzieht.

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In Italien sollen nun aber offenbar nur Profi-Investoren Verluste aus einem solchen "Bail-in" hinnehmen müssen, Privatanleger sollen in einem zweiten Schritt mit Steuergeld für ihre Verluste entschädigt werden. Daneben dürften direkte Staatshilfen für Banken zum Einsatz kommen. Das würde ein Beihilfeverfahren durch die Brüsseler Wettbewerbsbehörde auslösen, die mögliche Auflagen für die Hilfen prüft. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In welchem Umfang Banken gestützt werden, hängt von den Ergebnissen des Stresstests ab, den die europäische Bankenaufsicht derzeit durchführt. "Die Regeln sind klar, jetzt kommt es auf die Einschätzung der Bankenaufsicht an", sagt der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger. "Wir sollten uns nicht vorschnell auf eine Abweichung von Regeln einlassen, zumal diese bereits eine gewisse Flexibilität beinhalten."

Die Chefin der neuen europäischen Bankenabwicklungsbehörde, Elke König, mahnte eine grundlegendere Sanierung des Bankensystems an, es gebe "strukturelle Probleme, die nicht weiter verschleppt werden sollten. Ansonsten wird es leider immer einen Grund geben, das Problem nicht gerade jetzt anzugehen".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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asa



insgesamt 141 Beiträge
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Seite 1
udo.sowade 15.07.2016
1. Brüssel knickt doch ein....
Das Dilemma nimmt kein Ende. 52 % der Wähler in Großbritannien haben das erkannt...Das Wahlvolk ist also doch nicht so dumm....
sag-geschwind 15.07.2016
2. Alternativlos
Das war abzusehen ... Anzumahnen wäre zuerst eine grundlegende Sanierung der EU und der Konstruktion Euro. Wenn man das richtig macht, können sich auch die Banken wieder erholen. Das Kernproblem ist die Pathologische schwarze Null, und die Ideologie, die unter Ökonomie Massenverarmung und Wohlstandsabbau versteht.
dasdondel 15.07.2016
3. Privatanleger
---Zitat--- Privatanleger sollen in einem zweiten Schritt mit Steuergeld für ihre Verluste entschädigt werden. ---Zitatende--- Ok im Falle Italien ist das zwar nicht mein Geld (?), korrekt ist das aber nicht. Da hat also einer privat Geld angelegt und es verloren - die Bank hat ihn darum betrogen - die müssen haften. So was nennt man "dumm gelaufen". Ersetzt der Staat einem das Auto, wenn's geklaut wird ?
Freidenker10 15.07.2016
4.
Logo, weil die großen Investoren ihr Geld nicht schon längst in Sicherheit gebracht haben... Erstmal sollten die Boni-Einsacker mit den Bonis der letztem 10 Jahre haften, dann die Aktionäre und Großanleger, sofern die nicht schon weg sind!!!! Da bekomm ich echt schon wieder einen dicken Hals!!!
decathlone 15.07.2016
5. Lasst die Banken endlich sterben...
... Das Geschäftsmodell ist überholt und wird bald durch technische Innovationen komplett obsolet. Und die Zockerei der Investmentbanker sind sowieso nur eine legalisierte Form von Diebstahl ('ehrenwerte Diebe' sozusagen). Da die Briten die EU verlassen, wird es jetzt vielleicht gelingen, den Bankensumpf trockenzulegen. Wenn die Briten dann trotzdem mit windigen Bankgeschäften und Steuerdumping weitermachen wollen, dann muss man ihren Instituten die Betriebserlaubnis im Binnenmarkt entziehen.
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