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03. Mai 2017, 09:19 Uhr

Neue Kredite

IWF blockiert Griechenlands Einigung mit Geldgebern

Die Einigung der Geberländer mit Griechenland ist noch keineswegs endgültig festgezurrt. Mit seiner kompromisslosen Forderung nach einem Schuldenerlass erweist sich zurzeit der IWF als Blockierer.

Der Internationale Währungsfonds bleibt bei seiner Position: Eine Beteiligung an den Finanzhilfen für Griechenland kommt nur infrage, wenn die Gläubiger zuvor auf einen großen Teil ihrer Forderungen gegen das überschuldete Mitglied der Eurozone verzichten. Der Fonds begrüße die vorläufige Einigung Athens mit seinen europäischen Geldgebern auf zusätzliche Reformen, sagte IWF-Europadirektor Poul Thomsen am Dienstag. Jedoch seien "spezifische Maßnahmen zur Schuldenerleichterung" notwendig, wenn sich der IWF an dem Hilfsprogramm finanziell beteiligen solle.

Der Umgang mit Griechenlands Schulden von über 300 Milliarden Euro sorgt regelmäßig für Streit zwischen Griechenland, den Euro-Geldgebern und dem IWF. Der Fonds will einen möglichst weitgehenden Schuldenerlass. Dagegen hält vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die bereits gewährten Schuldenrabatte für ausreichend. Deutschland und die Niederlande bestehen aber wiederum auf einer Beteiligung des IWF am Programm.

Athen braucht vor dem Sommer wieder frisches Geld, weil dann Rückzahlungen in Höhe von sieben Milliarden Euro anstehen, die es aus eigener Kraft nicht leisten kann. Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. 2015 vereinbarte Athen mit den Euro-Partnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro.

mik/Reuters

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