Neue Kredite IWF blockiert Griechenlands Einigung mit Geldgebern

Die Einigung der Geberländer mit Griechenland ist noch keineswegs endgültig festgezurrt. Mit seiner kompromisslosen Forderung nach einem Schuldenerlass erweist sich zurzeit der IWF als Blockierer.

Athen
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Der Internationale Währungsfonds bleibt bei seiner Position: Eine Beteiligung an den Finanzhilfen für Griechenland kommt nur infrage, wenn die Gläubiger zuvor auf einen großen Teil ihrer Forderungen gegen das überschuldete Mitglied der Eurozone verzichten. Der Fonds begrüße die vorläufige Einigung Athens mit seinen europäischen Geldgebern auf zusätzliche Reformen, sagte IWF-Europadirektor Poul Thomsen am Dienstag. Jedoch seien "spezifische Maßnahmen zur Schuldenerleichterung" notwendig, wenn sich der IWF an dem Hilfsprogramm finanziell beteiligen solle.

Der Umgang mit Griechenlands Schulden von über 300 Milliarden Euro sorgt regelmäßig für Streit zwischen Griechenland, den Euro-Geldgebern und dem IWF. Der Fonds will einen möglichst weitgehenden Schuldenerlass. Dagegen hält vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die bereits gewährten Schuldenrabatte für ausreichend. Deutschland und die Niederlande bestehen aber wiederum auf einer Beteiligung des IWF am Programm.

Athen braucht vor dem Sommer wieder frisches Geld, weil dann Rückzahlungen in Höhe von sieben Milliarden Euro anstehen, die es aus eigener Kraft nicht leisten kann. Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. 2015 vereinbarte Athen mit den Euro-Partnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro.

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coloneltw 03.05.2017
1. Darf ich mir was wünschen?
Wir nehmen alle Schulden, angefangen von Kommunen, über Landkreise hin zu Bundesländern und Bund bis zur EU. Wir sammeln alle diese Schulden in einem Topf - Eurobonds und jeder Staat erhält die Quittung für seine Schulden. Dann werden die Haushalte neu aufgestellt, wobei jeder haushalt eine gewisse Prozentzahl an Steuereinnahmen für den Schuldenabbau vorsehen muss. Neue Schulden sind verboten!!! Parallel wird ein gewisser Prozentsatz der Steuereinnahmen aller in einen Topf gezahlt, aus dem wiederrum Maßnahmen bezahlt werden, die kurzfristig eine Region unterstützen - z.B. bei einer Rezession oder Naturkatastrophe etc. Sowas wie der Solidaritätsbonus nur nicht festgelegt auf bestimmte Regionen. Dazu bitte gleiche Steuersätze und gleiche Steuerarten in allen EU Ländern, gemeinsamer Mindestlohn. Wenn ein land wie GB austritt, muss es seine Schulden abzüglich, der schon anteilig geleisteten Tilgung, wieder mitnehmen. Über die Aufnahme von Krediten (Gemeinsamen Krediten) entscheidet das EU parlament - kein nationales Parlament. Wenn Schulden aufgenommen werden so werden diese, den Schuldentitel des Landes für das sie sind hinzugefügt (wegen eventuellen Austritt) aber gemeinschaftlich getilgt. Alle profitieren von den guten Zinsen dank der Tatsache, dass die EU immer eine AAA bekommen wird. Wenn ein Land gehen will kann es seine Schulden nehmen und verschwinden. Es muss schwer aber nicht unmöglich sein Kredite aufzunehmen. Dann klappt auch die Tilgung.
peterpeterweise 03.05.2017
2. Im Wahljahr nicht vermittelbar
Jeder weiß, dass Griechenland die Schulden nicht vollständig zurückzahlen wird. Aber wie es so schön aus der deutschen Politik verlautete: Ein Schuldenerlass für Griechenland ist vor dem Wahlen 2017 nicht vermittelbar. Oder übersetzt: Bis zur Wahl gibt es alternative Fakten, erst nach der Wahl bekommt der deutsche Steuerzahler die Rechnung.
sir wilfried 03.05.2017
3. Ich auch?
Zitat von coloneltwWir nehmen alle Schulden, angefangen von Kommunen, über Landkreise hin zu Bundesländern und Bund bis zur EU. Wir sammeln alle diese Schulden in einem Topf - Eurobonds und jeder Staat erhält die Quittung für seine Schulden. Dann werden die Haushalte neu aufgestellt, wobei jeder haushalt eine gewisse Prozentzahl an Steuereinnahmen für den Schuldenabbau vorsehen muss. Neue Schulden sind verboten!!! Parallel wird ein gewisser Prozentsatz der Steuereinnahmen aller in einen Topf gezahlt, aus dem wiederrum Maßnahmen bezahlt werden, die kurzfristig eine Region unterstützen - z.B. bei einer Rezession oder Naturkatastrophe etc. Sowas wie der Solidaritätsbonus nur nicht festgelegt auf bestimmte Regionen. Dazu bitte gleiche Steuersätze und gleiche Steuerarten in allen EU Ländern, gemeinsamer Mindestlohn. Wenn ein land wie GB austritt, muss es seine Schulden abzüglich, der schon anteilig geleisteten Tilgung, wieder mitnehmen. Über die Aufnahme von Krediten (Gemeinsamen Krediten) entscheidet das EU parlament - kein nationales Parlament. Wenn Schulden aufgenommen werden so werden diese, den Schuldentitel des Landes für das sie sind hinzugefügt (wegen eventuellen Austritt) aber gemeinschaftlich getilgt. Alle profitieren von den guten Zinsen dank der Tatsache, dass die EU immer eine AAA bekommen wird. Wenn ein Land gehen will kann es seine Schulden nehmen und verschwinden. Es muss schwer aber nicht unmöglich sein Kredite aufzunehmen. Dann klappt auch die Tilgung.
Da macht sich ja jemand richtig Gedanken. Das wäre allerdings erst der vierte oder fünfte Schritt. Zuallererst müssten die Bürger jedes Landes überhaupt gefragt werden, ob sie in die EU wollen. Alles andere ist Fake-Demokratie. Jene Länder, die dann dabei sein können, müssten eine demokratische übernationale Struktur aufbauen. Dann erst dürfte über eine gemeinsame Währung nachgedacht werden und erst danach Ihr Vorschlag auf den Tisch kommen.
poetnix 03.05.2017
4.
Grundsätzlich macht es nach aller Lebenserfahrung keinen Sinn, neue Schulden aufzunehmen, um alte Schulden zu begleichen. Ob unsere Politlinge jedoch auch über diese Lebenserfahrung verfügen, ist fraglich. Ein kräftiger Schuldenschnitt wäre sicherlich eine der richtigen Lösungen. S.a. Schuldenschnitt für Deutschland nach dem 2. WK. Problem für unsere Fake-Politik gegenüber Griechenland ist, dass sich unser Regierung ehrlich machen müsste und der Bürger bemerken würde, wer überhaupt "gerettet" wurde. Die Bürger oder Banken und Spekulanten? Diese Frage sollte von den Medien im wieder dargestellt werden !
niemandsland56 03.05.2017
5. Reparationsforderungen
Im Raum steht noch immer eine Forderung von ca. 250 Milliarden Euro an Deutschland aus WWII. Mit der Summe - wenn die Forderung als berechtigt anzusehen wäre - könnte der größte Teil der Schulden beglichen werden. Warum also sollten die Gläubiger - insbesondere Deutschland - auf ihre Forderung verzichten, solange das nicht geklärt ist?
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