Geänderte Prognose IWF sagt Russland 2017 Wirtschaftswachstum voraus

Der IWF ist für Russlands Wirtschaft optimistischer als noch vor drei Monaten. Das Minus soll dieses Jahr nur noch 1,2 Prozent betragen. Für 2017 sagen die Experten die Trendwende voraus.

Wechselstube in Moskau
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Wechselstube in Moskau


Die russische Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) langsam auf dem Weg der Besserung.

Nach einem Einbruch des Bruttoinlandproduktes um 3,7 Prozent im vergangenen Jahr dürfte das Minus 2016 nur noch bei 1,2 Prozent liegen, teilte der Fonds in seinem aktuellen Länderbericht voraus. Für 2017 rechnen die Experten wieder mit Wachstum in dem Land. Sie schätzen es auf rund ein Prozent.

Im April hatte der IWF noch mit einer ungünstigeren Entwicklung gerechnet - nämlich einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent in diesem und einem Plus von 0,8 Prozent im nächsten Jahr. Mittelfristig hält die Organisation im rohstoffreichen Russland Wachstumsraten um eineinhalb Prozent für möglich.

Ausgelöst wurde die jüngste Rezession durch den Einbruch der Ölpreise und die westlichen Sanktionen nach der Annexion der Krim. Laut IWF wurde der Absturz aber durch Maßnahmen der Regierung in Moskau gedämpft - etwa durch eine flexiblere Wechselkurspolitik, Kapitalhilfen für Banken und finanzpolitische Impulse.

Trotzdem sieht der Fonds noch einen massiven Reform- und Anpassungsbedarf. Das Land müsse seine Wirtschaft auf eine breitere Basis stellen und sich vor allem unabhängiger vom Energiegeschäft machen. Darüber hinaus müsse mehr getan werden, um das Geschäftsklima zu verbessern und Eigentumsrechte zu stärken.

msc/Reuters

insgesamt 13 Beiträge
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sir wilfried 13.07.2016
1. und unsere schönen Sanktionen?
Alles für die Katz? Während hier das Milch-Bauernsterben losgeht, läuft es in Russland rund? Hey NATO, da muss man doch was machen!
my-space 13.07.2016
2. Was ist rund?
Zitat von sir wilfriedAlles für die Katz? Während hier das Milch-Bauernsterben losgeht, läuft es in Russland rund? Hey NATO, da muss man doch was machen!
Deutschland hat dieses Wachstum, das auf höchstem weltweiten Niveau der Wirtschaft und Entwicklung des Landes noch hinzukommt. Russland ist wirtschaftlich ein Zweite-Welt-Land mit antiker Infrastruktur, kaputter Industrie, korrupter Verwaltung, das trotz Rohstoffen auf Prozentniveau rumdümpelt. Russland würde zweistellige Wachstumsraten benötigen, nur um irgendwann in weiter Zukunft mal den Rückstand aufzuholen. Das läuft also "rund"?
irobot 13.07.2016
3.
Und wenn dann der Ölpreis wieder in den Keller geht, sind alle Prognosen nur noch Schall und Rauch.
avers 13.07.2016
4. Erst mal muss es kommen
Die Prognosen waren auch für 2016 ursprünglich besser. Sollte es 2017 zu einem leichten Wachstum kommen, wäre dies ein Stop im Fall und das Aufholen von vielleicht 10% der Verluste seit der Annexion der Krim. Allen Außenstehenden sei gesagt, die Sanktionen haben ihren Zweck mehr als erfüllt. Sie haben selbst dem mit ökonomischen Fragen sehr fremdelnden Putin seine Grenzen und seine Verwundbarkeit aufgezeigt.Schade das auch die Bevölkerung darunter leiden musste, vor allem das Fünftel, das ihn auch in der Öffentlichkeit nicht unterstützt.Bei möglichem Wachstum sollte immer nachgefragt werden, ob es inflationsbereinigt ist! Seit der Annexion hat Russland mehr als 20% Inflation durchlebt. Putin hat heute übrigens die Regierung explizit aufgefordert, die Leute nicht verrückt zu machen, sondern vor allem Positivmeldungen rauszugeben. Da es deren kaum noch gibt, wird Medwedjew sicher bald abgesägt.
Landkaertchen 13.07.2016
5. Dringend notwendig!
Schlechte Wirtschaftslage bedeutet Stimmungsprobleme. Und wie kann man die bekämpfen? Freund-Feind-Methode. In den Medien, in der Außenpolitik. Und damit geht eine internationale Destabilisierung des Landes einher. Man mag Putin mögen oder nicht. Jelzin, sein Vorgänger, ist für die schwierige Wirtschaftslage und schlechten Neustartbedingungen schuldig. Zerfall der Union hätte nicht wirtschaftlicher Zerfall bedeutet. - Nur ein Dilemma: Weil Russland zumindest in Teilen demokratisch ist, gehen ihn die Erfahrungsträger der Wissenschaft seit 25 Jahren verloren. Die wandern aus. Solchen Problemen lassen sich nicht dadurch lösen, indem man Putin als böse und die Westeuropäische Demokratie als Allheilsbringer für Russland betrachtet. Statt dessen: Geht es der russischen Wirtschaft besser UND: handelt diese Witschaft international (Import/Export), sinlt automatisch die militärische Gefahr. Nicht nur für Europa. Sondern vor allem für die ehemailgen Sowjetrepubliken. Putin (oder ein x-beliebig Anderer) braucht dann keine Freund-Feind-Spielchen, um das Land stabil zu halten.
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