Jahresbericht IWF vergibt Kredite fast nur noch an Euro-Krisenländer

Dem Internationalen Währungsfonds gehören 188 Staaten aus aller Welt an. Neue Hilfskredite bekommen derzeit aber nahezu ausschließlich die Krisenländer der Euro-Zone. Rund 90 Prozent des Volumens gingen im vergangenen Geschäftsjahr an Griechenland, Portugal und Irland.

Graffiti in Athen: Zusage über 3,2 Milliarden Euro vom IWF im vergangenen Jahr
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Graffiti in Athen: Zusage über 3,2 Milliarden Euro vom IWF im vergangenen Jahr


Washington - Vier Milliarden Euro für Irland, 3,6 Milliarden Euro für Portugal, 3,2 Milliarden Euro für Griechenland - und nur etwas mehr als eine Milliarde Euro für den Rest der Welt: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 90 Prozent der bewilligten Kredite an Krisenländer der Euro-Zone vergeben. Das geht aus dem jüngsten IWF-Geschäftsbericht hervor, der über den Zeitraum von Mai 2012 bis April 2013 Auskunft gibt.

Der IWF gehört mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank zur sogenannten Troika der internationalen Geldgeber der Euro-Krisenstaaten. Zuletzt wurde im Mai auch für Zypern ein Hilfsprogramm formal verabschiedet. Dieses wurde in dem IWF-Bericht aber noch nicht berücksichtigt, weil die Vereinbarung bereits in das neue Geschäftsjahr fiel.

Innerhalb des IWF mit seinen 188 Mitgliedstaaten wird immer wieder Kritik laut, die europäischen Staaten hätten in der Organisation zu viel Gewicht. Eine im Jahr 2010 beschlossene Reform, die den Schwellenländern mehr Einfluss geben soll, liegt wegen der ablehnenden Haltung der USA auf Eis.

Der Bericht benennt auch säumige Schuldner des IWF. Demnach ist der Sudan für mehr als drei Viertel der ausstehenden Rückzahlungen von IWF-Krediten verantwortlich. Das nordostafrikanische Land hat demnach mit 1,5 Milliarden Euro einen Anteil von 76 Prozent an den Außenständen des Fonds. Es folgen mit großem Abstand Somalia (18 Prozent) und Simbabwe (sechs Prozent).

IWF-Chefin Christine Lagarde kann sich zudem über eine Gehaltserhöhung freuen. Ihre Bezüge wurden dem Bericht zufolge der Inflation angepasst und stiegen auf 476.360 Dollar im Jahr.

fdi/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
wibo2 02.10.2013
1. Frau Lagarde hat ihre Gehaltserhöhung wohl verdient - oder etwa nicht?
Zitat von sysopGetty ImagesDem Internationalen Währungsfonds gehören 188 Staaten aus aller Welt an. Neue Hilfskredite bekommen derzeit aber nahezu ausschließlich die Krisenländer der Euro-Zone. Rund 90 Prozent des Volumens gingen im vergangenen Geschäftsjahr an Griechenland, Portugal und Irland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/iwf-vergibt-90-prozent-der-kredite-an-euro-krisenlaender-a-925690.html
Die Welt soll für den Club Med zahlen. Die Millionäre und die Staatsdiener in den paraafrikanischen Pleiteländer halten sich den Bauch vor Lachen über uns. Die Schulden wachsen ungebremst. Die EU Verwaltungsbeamten haben in der EURO Finanzpolitik offensichtlich den Überblick verloren. Wie lange werden sie noch die Illusion aufrecht erhalten können, dass diese PIGS Länder durch neu entstehendes Wirtschaftswachstum wieder zahlungsfähig werden könnten? Die Eurokraten nähern sich offensichtlich dem Ende ihrer Arroganz.
spon-1294658886485 02.10.2013
2. Nein hat Sie nicht
Die Höhe der Bezüge für Frau Lagarde sind nach meiner Ansicht völlig überzogen! Womit hat Frau Lagarde das verdient ? Hat sie selbst in irgendeiner Weise für die vergebenen Kredite gebürgt ? Nein,das spricht ganz eindeutig wieder für einen Selbstbedienungsladen und diese Selbstbedienungsmentalität!
spon-facebook-10000120661 02.10.2013
3. Querdenker sagt:
476.360 dollar lohnerhöhung für die sie auch keine Steuern zahlen muß. toll! aber nicht nur das, sie verpulvert MRD für marode Länder gerne weil sie weiß, dass auch alle Risiken in den ESM wandern.
tromsø 02.10.2013
4. Typisch
Das Problem ist nicht der Lohn Frau Lagardes, sondern die Eurozone. Regiert von Blendern. Freue mich auf den Schuldenschnitt Griechenlands und vor allem die Vorzugsbehandlung Finnlands. Nimm aber mal an, dass die gleichgeschaltete Presse Deutschlands dies mit keiner Zeile erwähnen wird
makrosoft 02.10.2013
5.
Das wundert mich nicht. Diese Krisenländer haben hohe Staatsverschuldung, eine schlechte Wirtschaftslage und zudem noch ein schlechtes Rating für die Staatsanleihen. Da bleiben dann nicht mehr viele freiwillige Gläubiger übrig.
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