Konflikt im Ärmelkanal Französische und britische Fischer beenden Jakobsmuschelstreit

Es flogen Steine und Leuchtraketen: Nach einem heftigen Streit zwischen französischen und britischen Fischern haben sich beide Seiten auf einen Kompromiss beim Fang von Jakobsmuscheln geeinigt.

Facebook/Anthony Quenel

Die französischen Fischer hatten die Einigung bereits in der Nacht verkündet, nun hat auch die britische Regierung den Friedensschluss bestätigt. Im heftigen Streit um den Fang von Jakobsmuscheln im Ärmelkanal haben die Kontrahenten einen Fangkalender vereinbart. Staatssekretär George Eustice vom britischen Fischerei-Ministerium begrüßte am Dienstag den Kompromiss.

Ende August hatten sich Fischer aus den beiden Ländern im Ärmelkanal eine heftige Auseinandersetzung auf hoher See geliefert, an der etwa 35 französische und fünf britische Schiffe beteiligt waren. Die Franzosen versuchten, die Konkurrenten aus Großbritannien davon abzuhalten, vor der Küste der Normandie Jakobsmuscheln zu fangen. Die Briten wehrten sich vehement. Es flogen Steine, Farbdosen und Leuchtraketen; Boote wurden gerammt. Britische Medien sprachen daraufhin von einem "Jakobsmuschel-Krieg".

Grund für den seit Jahren schwelenden Konflikt ist, dass französische Fischer eine gesetzlich vorgegebene Schonzeit für Jakobsmuscheln zwischen dem 15. Mai und dem 1. Oktober einhalten müssen. Ein bis 2017 geltender Vertrag sah vor, dass sich auch die Briten an die französischen Fangzeiten halten, allerdings galt dies nur für Kutter ab einer Länge von 15 Metern. Das hatte zur Folge, dass die Briten in kleineren Schiffen das ganze Jahr über zum Fischen kamen.

Die Franzosen weigerten sich daher, den Vertrag in dieser Form für die Saison 2018 zu erneuern. Sie wollten, dass die zeitliche Begrenzung des Jakobsmuschelfangs auch für kleine Schiffe gilt. Das haben die Fischer nun nicht erreicht: "Wir waren gezwungen, die 15-Meter-Forderung aufzugeben", sagte der Vertreter der Fischer, Pascal Coquet. "Die Zeit lief uns davon." Die Einigung sei erzielt worden, um eine "Katastrophe" zu vermeiden. Die Briten hätten die Bestände "geplündert".

fdi/dpa/AFP

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