Abschaltung von Kraftwerken Union und FDP bieten Kohlekompromiss an, Grünen-Chefin lehnt ab

Um die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen, wollen die Grünen 20 Kohlemeiler abschalten. Union und FDP haben in den Jamaika-Gesprächen nun die Stilllegung von zehn Kraftwerken vorgeschlagen - aber ob das reicht?
Kohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln

Kohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Grünen-Chefin Simone Peter hat das Angebot von Union und FDP zur Abschaltung von bis zu zehn größeren Kohlekraftwerken abgelehnt. "Das, was da auf dem Tisch liegt, das reicht den Grünen nicht aus", sagte Peter am Rand der Jamaika-Sondierungen. Um die nationalen Klimaschutzziele 2020 zu erreichen, müssten 20 Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden.

Hintergrund des Streits um die Kohle ist, dass sich alle Verhandler zwar zu den Klimaschutzzielen 2050, 2030 und auch 2020 bekennen. Die Abschaltung alter Kohlemeiler soll dafür einen Anteil von etwa der Hälfte bringen. Den anderen Teil sollen Verkehr, Industrie und Gebäude liefern.

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Es gebe weiter eine Differenz mit Union und FDP, die nur von einer Lücke von 32 bis 66 Millionen Tonnen C02-Verringerung bis 2020 ausgingen, sagte Peter. Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis sei aber, dass die durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen zu überbrückende Lücke 90 bis 120 Millionen Tonnen betrage, fügte sie hinzu.

Insgesamt müsse der deutschen CO2-Ausstoß um 156 Millionen Tonnen reduziert werden. Ein Teil werde durch schon beschlossene Maßnahmen erbracht.

beb/Reuters
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