Mehr Exporte und Investitionen Japan hofft auf den Aufschwung

Kurz nachdem Tokio die Olympischen Spiele zuerkannt bekam, gibt es für Japan erneut gute Nachrichten: Die Wirtschaft wächst so schnell wie derzeit in keinem anderen Industrieland. Dennoch warnen Regierungsberater vor Selbstzufriedenheit.

Passanten vor einem Börsenindex in Tokio: "Sind noch nicht aus dem Schneider"
AP

Passanten vor einem Börsenindex in Tokio: "Sind noch nicht aus dem Schneider"


Tokio - Die japanische Wirtschaft ist zwischen April und Juni gegenüber dem Vorjahresquartal um überraschend starke 3,8 Prozent gewachsen. Mit dieser Angabe korrigierte die Regierung eine frühere Schätzung deutlich nach oben. Zunächst war sie für das zweite Quartal nur von 2,6 Prozent Wachstum ausgegangen.

Damit läuft die japanische Konjunktur derzeit besser als in jedem anderen Industrieland. Die Investitionen legten um 1,3 Prozent zu - erstmals seit anderthalb Jahren. "Die Unternehmen ersetzen alte Ausrüstungen", sagte der Ökonom Hiroaki Muto von der Vermögensverwaltung Sumitomo Mitsui Asset Management. Grund dafür seien Exporterfolge, weil der schwache Yen Chart zeigen japanische Waren im Ausland attraktiver mache.

Auch die Aussichten gelten als gut, da die am Wochenende bekanntgegebene Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio Zehntausende neue Jobs und milliardenschwere Investitionen bringen sollen. Damit wird eine für 2014 geplante Verdoppelung der Umsatzsteuer wahrscheinlicher, deren Folgen die Regierung mit einem Ausgabenpaket dämpfen könnte.

Regierungsberater in Tokio warnen trotz der guten Entwicklung vor Selbstzufriedenheit. "Die Wirtschaft hat noch keinen selbsttragenden Aufschwung erreicht", sagte Etsuro Honda, der Ministerpräsident Shinzo Abe berät. Das Land befinde sich zwar auf dem Weg aus der Deflation, also sinkenden Preisen auf breiter Front. "Aber wir sind noch nicht aus dem Schneider", so Honda. Sinkende Preise führen meist dazu, dass sich Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Unter Ministerpräsident Shinzo Abe versucht Japan, mit einer ultralockeren Geldpolitik und schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen der Deflation zu entkommen, mit der das Land seit vielen Jahren kämpft.

An der Börse legte der Nikkei-Index Chart zeigen mit den guten Konjunkturdaten im Rücken um 2,5 Prozent zu - auch unter dem Eindruck der Olympia-Entscheidung. Einige Analysten rechnen damit, dass die Kursgewinne in den nächsten Tagen noch größer werden. Die Aktienmärkte in London und Athen verspürten noch bis zu drei Monate nach der Olympia-Vergabe Aufwind.

dab/Reuters/AP



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pacificwanderer 09.09.2013
1. Dies Foto
sahen wir schon vor vier Wochenn im SPON!!
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