Coronavirus Japan schnürt weiteres Milliarden-Paket

Japans Regierung schnürt wegen der Coronakrise ein zweites Hilfspaket: Kleine und mittlere Firmen sollen zinslose Kredite bekommen. Auch für soziale Arbeit steht Geld zur Verfügung.
Japans Premierminister Shinzo Abe: Hat er das Coronavirus lange nicht richtig ernst genommen?

Japans Premierminister Shinzo Abe: Hat er das Coronavirus lange nicht richtig ernst genommen?

Foto: ISSEI KATO/ REUTERS

Japan stemmt sich mit einem weiteren milliardenschweren Konjunkturpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen des grassierenden Coronavirus. Die Regierung verabschiedete am Dienstag Maßnahmen im Volumen von einer Billion Yen (8,5 Milliarden Euro) zur Unterstützung von betroffenen Unternehmen. Rund die Hälfte davon wird in Form von zinslosen Krediten für kleine und mittlere Firmen bereitgestellt, denen es an finanziellen Reserven in Folge massiver Verkaufseinbußen mangelt. Zudem werden Teilzeitkräften, die sich in Folge der Schulschließungen zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen und deshalb ihrer Beschäftigung nicht nachgehen können, Finanzhilfen von täglich 4100 Yen zur Verfügung gestellt, wie Medien berichteten.

Erst vor einem Monat hatte die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe ein erstes Paket gegen die Folgen der Viruskrise geschnürt, das Niedrigzins-Kredite über 500 Milliarden Yen für kleine und mittelgroße Unternehmen der Tourismus-Industrie und anderer vom Virus besonders betroffener Branchen beinhaltete. Die Coronakrise trifft die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Wirtschaft droht in eine Rezession zu rutschen.

Am Dienstag segnete das Kabinett zudem einen Gesetzesantrag ab, mit dem der Regierungschef die Befugnis bekäme, falls nötig den Notstand im Land auszurufen. Abe war harsch dafür kritisiert worden, das neuartige Coronavirus anfangs nicht richtig ernst genommen und unzureichend darauf reagiert zu haben.

Inzwischen hat Japan, das im Sommer die Olympischen Spiele austragen will, die Maßnahmen verstärkt. So rief Abe am Dienstag dazu auf, große Veranstaltungen auch über Mitte März hinaus abzusagen, um eine weitere Ausbreitung des neuen Erregers zu verhindern. Bislang sind in Japan rund 1200 Infektionen bestätigt, wobei rund 700 Fälle davon Menschen von Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes sind.

hej/dpa
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