Neue Statistik Jena ist Spitzenreiter beim Elterngeld für Väter

Wo bleibt Papi gern zu Hause? In Jena! Nirgends nehmen mehr Väter Elterngeld in Anspruch. Eine neue Statistik zeigt, in welchen deutschen Städten besonders viele Männer die Leistung nutzen - und wo die Elterngeld-Muffel leben.

Eltern mit Kindern: Jeder dritte deutsche Vater nutzt das Elterngeld
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Eltern mit Kindern: Jeder dritte deutsche Vater nutzt das Elterngeld


Wiesbaden - Die Landkarte der deutschen Väter, die Elterngeld beziehen, ist bemerkenswert. Am höchsten ist die Quote in der thüringischen Universitätsstadt Jena, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dort nahm 2012 jeder zweite Mann, der Vater wurde, die Leistung in Anspruch.

Die zweithöchste Quote der 402 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland weist der bayerische Kreis Main-Spessart mit 48 Prozent auf. Schlusslichter der Statistik sind Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen und Neumünster in Schleswig-Holstein. In diesen beiden Städten bezog nur gut jeder zehnte frisch gebackene Vater Elterngeld.

Väter bekommen deutlich mehr Elterngeld als Mütter

In 266 kreisfreien Städten und Landkreisen bekam mindestens jeder vierte Vater eines 2012 geborenen Säuglings Elterngeld. Eine Konzentration der Leistungsbezieher stellen die Statistiker in Bayern, Sachsen und Thüringen fest. Bundesweit nutzten 96 Prozent der Mütter Elterngeld - aber nicht einmal jeder dritte Vater (29,3 Prozent). Allerdings bezogen damit so viele deutsche Männer Elterngeld wie noch nie: im Vorjahr 2011 war es nur jeder vierte Vater.

In Ingolstadt hatten Väter mit durchschnittlich 1464 Euro im Monat den höchsten Anspruch. In 246 Kreisen (61 Prozent) lag der Anspruch im Mittel bei mindestens 1200 Euro - vor allem im Süden und Südwesten.

Mit durchschnittlich 1231 Euro lag der Elterngeldanspruch von Vätern wieder deutlich über jenem der Mütter mit 883 Euro. Mütter hatten die höchsten Ansprüche in Heidelberg (1122 Euro), München (1118 Euro) und Frankfurt am Main (1103 Euro). Die genannten Beträge beziehen sich auf Väter und Mütter, die vor Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren.

bos/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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andreasclevert 14.10.2014
1. und wie lange?
Ein toller erster Schritt. Wird auch die Wahrnehmung von Vatern in der Öffentlichkeit andern. Ich mag es als Mann nämlich auch nicht, auf die Damentoilette fur den Wickeltisch angewiesen zu sein. Die hier nicht genannte Zahl ist allerdings die nach der Bezugsdauer der Herrren. Nur die Bonusmonate? Ist dann immer noch Jena spitze? Sag ich ja nur auch anderer Stelle vaterdasein.wordpress.com als 3x 12 Monat Elterngeldbezieher in .... NRW.
DerSponner 14.10.2014
2. Elterngeld-Muffel
Immer diese unterschwelligen Wertungen. Vielleicht können manche sich den Schritt einfach nicht leisten. Oder die hohen Beteiligungen kommt durch hohe Arbeitslosigkeit zustande (auch wenn z.B. nur ein Elternteil Erwerbstätig ist könnte das Elterngeld zu knapp sein). Oder was auch immer - auf jeden Fall könnte es allerlei Gründe geben die anders sind als "Muffeligkeit".
Herr Hold 15.10.2014
3. Muffel
Zitat von DerSponnerImmer diese unterschwelligen Wertungen. Vielleicht können manche sich den Schritt einfach nicht leisten. Oder die hohen Beteiligungen kommt durch hohe Arbeitslosigkeit zustande (auch wenn z.B. nur ein Elternteil Erwerbstätig ist könnte das Elterngeld zu knapp sein). Oder was auch immer - auf jeden Fall könnte es allerlei Gründe geben die anders sind als "Muffeligkeit".
Nein, "Die genannten Beträge beziehen sich auf Väter und Mütter, die vor Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren." Es hat also nichts mit Arbeitslosigkeit zu tun. Muffel ist schon das richtige Wort.
sammilch 07.11.2016
4. Jena - immer noch
Nach 2 Jahren ist der Artikel immer noch hoch aktuell: Jeder 2. Vater nimmt nach wie vor Elternzeit. Aus meiner Erfahrung heraus, liegt es daran, dass beide Elternteile nicht besonders viel (auch in den großen Unternehmen in Jena) verdienen, und der Unterschied zw. der Bezahlung der beiden auch gering ist. So fällt es leichter mal 2 Monate auszusetzen. Die Firmen binden junge Eltern, die ihre Fachkräfte sidn, nicht durch Gehalt sondern durch die gute Familienbereinbarkeit.Oftmals ist das wertvoller für Eltern.
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