Kliniken und Heime Spahn stellt deutlich mehr Pflegekräfte in Aussicht

Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn verspricht im SPIEGEL mehr Pflegepersonal für Krankenhäuser und Altenheime. Dort gäbe es eine "wahnsinnige Verdichtung der Arbeit" - die Lage sei gefährlich.
Jens Spahn

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Foto: Adam Berry/ Getty Images

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will noch vor der Sommerpause ein umfassendes Sofortprogramm gegen den Personalmangel in Kliniken und Pflegeheimen auf den Weg bringen. "Es gibt große Probleme in der Pflege", sagte Spahn dem SPIEGEL. In Kliniken und Heimen habe es in den vergangenen Jahren "eine wahnsinnige Verdichtung der Arbeit" gegeben, bei den Pflegekräften beobachte er "eine gefährliche Vertrauenskrise".

Ein Gesamtpaket für eine größere Attraktivität des Berufsstandes soll jetzt die Zahl der Kranken- und Altenpfleger erhöhen. "Mein Ziel ist, dass in jeder der 13.000 stationären Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland zusätzliches Personal ankommt", sagte Spahn. Damit geht der CDU-Politiker über die Vorgaben des Koalitionsvertrags hinaus, in dem bislang nur eine Zahl von 8000 zusätzlichen Stellen für ein Sofortprogramm genannt wird. "Sie kann nur ein erster Schritt sein", sagt Spahn. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

Auch für die Kliniken plant Spahn jetzt Sofortmaßnahmen. "Jede neue Pflegestelle, die Krankenhäuser einrichten und besetzen, werden die Krankenkassen künftig komplett bezahlen", sagt der CDU-Politiker. Kliniken solle so die Sorge genommen werden, dass mehr Pflege sie zu viel koste. "Wenn es am Ende mehr als 10.000 neue Pflegekräfte würden, wäre mir das auch recht", sagt Spahn. Es gebe Kliniken mit "handfesten Personalproblemen".

Im Koalitionsvertrag ist bereits eine Reform der umstrittenen Fallpauschalen für Kliniken vorgesehen. Spahns neuer Vorstoß soll für die Übergangsphase gelten.

"Wir können den Pflegeberuf nur attraktiver machen, indem wir mehr Stellen schaffen und besetzen", so Spahn. Nur so könnten Pflegekräfte bewegt werden, wieder in den Beruf zurückzukehren oder von Teilzeit auf Vollzeit zu wechseln.

Im Moment gibt es in Krankenhäusern mehr als 10.000 unbesetzte Pflegestellen, in stationären Altenheimen sind es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast 23.000.

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