Untreue-Vorwurf Ermittlungen gegen Ex-BaFin-Chef Sanio eingestellt

Die Schieflage der Privatbank Sal. Oppenheim brachte dem früheren BaFin-Chef Jochen Sanio Ärger ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts der versuchten Erpressung und der Beihilfe zur Untreue. Nun wurde das Verfahren eingestellt.

Ex-BaFin-Chef Jochen Sanio: Kein hinreichender Tatverdacht
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Ex-BaFin-Chef Jochen Sanio: Kein hinreichender Tatverdacht


Die schwere Krise der Privatbank Sal. Oppenheim im Sommer 2009 beschäftigt die Justiz bis heute. Auch der frühere Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, war mit den Problemen des Geldhauses befasst. Das brachte dem Bankenaufseher Ärger ein.

Doch nun hat die Staatsanwaltschaft Köln das Verfahren gegen Sanio eingestellt. Die Behörde ermittelte wegen des Verdachts der versuchten Erpressung und der Beihilfe zur Untreue gegen ihn. Es bestehe "kein hinreichender Tatverdacht" gegen den ehemaligen BaFin-Präsidenten sagte ein Kölner Justizsprecher nun und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Hintergrund der Ermittlungen war ein 100-Millionen-Euro-Kredit, den die BHF-Bank 2009 ihrer angeschlagenen Muttergesellschaft Sal. Oppenheim gewährt hatte. Die Strafverfolger waren der Meinung, der Kredit sei zu riskant gewesen. Laut "Handelsblatt" hatte sich die BaFin damals für den Kredit starkgemacht.

Sanios Anwalt hatte im August vergangenen Jahres erklärt, sein Mandant stehe im Verdacht, die Beteiligten 2009 zu dem möglicherweise rechtswidrigen Kredit gedrängt zu haben. Zugleich hatte der Anwalt gesagt, er halte die Untersuchungen für haltlos und rechne mit einer Einstellung des Verfahrens. So kam es nun. Die Ermittlungen gegen frühere Manager der beteiligten Banken laufen nach Angaben des Sprechers der Kölner Staatsanwaltschaft weiter.

mmq/dpa-AFX



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