Streit um Boni Ackermann wirft Schäuble mangelnden Anstand vor

Der Streit um Bonuszahlungen der Deutschen Bank nimmt absurde Formen an. Nachdem sich Finanzminister Schäuble abfällig gegenüber Ex-Bankchef Ackermann geäußert hat, keilt dieser nun ähnlich heftig zurück.
Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann

Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann

Foto: Sven Hoppe/ dpa

In der Debatte um Bonuszahlungen für ehemalige Deutsche-Bank-Manager greift Josef Ackermann nun Finanzminister Wolfgang Schäuble an. "Herr Schäuble findet es offenbar gut, Kollegen oder ehemalige Kollegen öffentlich bloßzustellen", ließ Ackermann über seinen Sprecher mitteilen. "Ich habe ein anderes Verständnis von Anstand."

Damit reagiert Ackermann auf eine Äußerung Schäubles, der Ackermanns Verhalten scharf kritisiert hatte, ohne den ehemaligen Deutsche-Bank-Chef beim Namen zu nennen.

Hintergrund ist ein Streit der Deutschen Bank mit ehemaligen Top-Managern. Die Bank fordert Bonuszahlungen in Millionenhöhe zurück, die sie den Managern einst zugesprochen hatte. Ein Grund sind die vielen Rechtsstreitigkeiten und hohen Strafzahlungen, die die Bank belasten und die wegen Vergehen in der Amtszeit der Manager angefallen waren.

Ackermann hatte vergangene Woche erklärt, er wolle nicht freiwillig auf die einbehaltenen Bonuszahlungen verzichten. Er könnte zwar durchaus grundsätzlich von Ansprüchen absehen, wolle dies aber mit Rücksicht auf andere frühere Manager des Instituts nicht tun. "Das kann ich gar nicht", hatte Ackermann gesagt.

Schäuble hält diese Begründung für wenig überzeugend. Sie sei eher etwas für die Fastnacht oder den Karneval, hatte Schäuble bei einer Politikkonferenz der Deutschen Presse-Agentur gewitzelt. "Leider ist das kein Witz, sondern es ist zum ... ."

Mit seiner Retourkutsche und dem Verweis auf mangelnden Anstand spielt Ackermann offenbar auf Schäubles manchmal ruppigen öffentlichen Umgang mit Kollegen um. Legendär ist die Episode, die im Jahr 2010 zur Demission seines damaligen Pressesprechers Michael Offer führte. Schäuble hatte Offer damals vor der versammelten Hauptstadtpresse wegen ein paar nicht verteilten Tabellen für Journalisten öffentlich gedemütigt.

Ackermann hatte bereits vor Schäubles aktuellen Äußerungen moniert, die Frage möglicher Rückzahlungen hätte intern in der Bank geklärt werden sollen, sei aber in die Öffentlichkeit getragen worden. Aber offenbar habe man ihn unter Druck setzen wollen. "Man merkt die Absicht, aber man ist verstimmt", sagte er.

stk/dpa
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