40,1 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Italien erreicht Rekordstand

Eine Regierungskrise erschüttert Italien - und zu allem Überfluss ist auch noch die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen so hoch wie noch nie. Die entsprechende Quote ist im August auf 40,1 Prozent geklettert.

Bedürftige in Mailand: Höchstmarken bei der Arbeitslosigkeit
AP

Bedürftige in Mailand: Höchstmarken bei der Arbeitslosigkeit


Rom - Als wäre die Regierungskrise in Italien nicht schon genug - doch hinzu kommen miese Zahlen vom Arbeitsmarkt zeigen: Die Jugendarbeitslosigkeit ist im August auf einen Rekordstand gestiegen. Der nationalen Statistikbehörde Istat zufolge betrug die entsprechende Arbeitslosenquote 40,1 Prozent. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1977 war der Anteil arbeitsloser Italiener im Alter von 15 bis 24 Jahren noch nie so hoch.

Allerdings besagt dieser Wert nicht, dass vier von zehn Italiener in dieser Altersgruppe arbeitslos sind. Vielmehr drückt er den Anteil der Arbeitslosen an allen Jugendlichen aus, die Arbeit suchen oder haben. Schüler und Studenten bleiben also außen vor - obwohl sie mehr als die Hälfte der unter 25-Jährigen ausmachen. Das ändert jedoch nichts an dem Fakt, dass im Verhältnis mehr Jugendliche in Italien erfolglos einen Job suchen als je zuvor.

Generell stieg die Arbeitslosigkeit im August über alle Altersgruppen hinweg auf die Rekordmarke von 12,2 Prozent. Außer jungen Menschen sind besonders häufig auch Frauen und ältere Menschen in Italien ohne Anstellung.

Am Sonntag war die Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta auseinandergebrochen, nachdem der ehemalige Regierungschef Silvio Berlusconi die fünf Minister seiner Partei Volk der Freiheit (PDL) aus dem Kabinett abgezogen hatte. So möchte Berlusconi trotz seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerhinterziehung den drohenden Rausschmiss aus dem italienischen Senat verhindern. Am Mittwoch steht in beiden Kammern eine Vertrauensabstimmung an.

fdi/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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brux 01.10.2013
1. --------------
Na wenigstens wird diese merkwürdige Statistik erklärt. Sinnvoll wird das ganze dadurch aber trotzdem nicht. In dieser Logik könnte man dann auch sagen, dass die Arbeitslosenquote bei den Rentnern 100% ist. Schliesslich hat von denen ja keiner Arbeit. Und im übrigen ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit das Ergebnis der Reformunfähigkeit Italiens, die regelmässig vom Wähler so neu initiiert wird.
mimas101 01.10.2013
2. Italien
hat genügend Geld um die arbeitslosen Jugendlichen zu bezahlen bzw. Ausbildungsstellen zu schaffen. Bißchen mehr Steuern eintreiben und die Mafia samt Korruption komplett ausschalten. Das reicht dann schon, besonders dann wenn man gleichzeitig seine Wirtschaft mehr auf die internationale Nachfrage ausreichtet anstelle nur sündhaft teure Klamotten und Schinken zu produzieren.
whatmeworry 01.10.2013
3. Das ist alles sehr bedauerlich, ...
... aber solange so viele Italiener über so viele Jahre einem medien-mächtigen Polit-Egoisten vertrauen, ist die Schmerzgrenze anscheinend noch nicht erreicht.
einwerfer 01.10.2013
4. Keine Panik
lt. Schäuble sind Griechenland, Spanien, Portugal und Italien auf einem guten Weg.
pepe_sargnagel 01.10.2013
5. Das muss man mal verlangen können
Zitat von sysopAPEine Regierungskrise erschüttert Italien - und zu allem Überfluss ist auch noch die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen so hoch wie noch nie. Die entsprechende Quote ist im August auf 40,1 Prozent geklettert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/jugendarbeitslosigkeit-in-italien-erreicht-im-august-rekordstand-a-925511.html
Sie könnten den notleidenden Banken doch helfen, indem sie Studienkredite aufnehmen und dann im Anschluss an das Studium (oder den Studienabbruch) ihr Leben lang und (aus Dank) unentgeltlich für die kreditgebende Bank arbeiten. Wenigstens diese eine Generation sollte den notleidenden Banken mit ihren notleidenden Krediten durch ihre Dienste helfen. Das muss man doch mal verlangen können! Wenn es aber dann in Deutschland (und für mich) mal ähnlich aussehen sollte erwarte ich aber schon, dass die jungen Italiener mit mir solidarisch sind und sich gegen eine solche Ausbeutung zur Wehr setzen! Auch das muss man doch mal verlangen können!
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