Juli-Bilanz US-Privatfirmen schaffen 114.000 Jobs

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hellt sich kaum auf: Die privaten US-Firmen haben im Juli mehr als 100.000 neue Stellen geschaffen - dennoch dürfte die Zahl der Entlassungen bald zunehmen.

US-Präsident Obama: "neue Jobs, höhere Löhne und ein schnelleres Wirtschaftswachstum"
DPA

US-Präsident Obama: "neue Jobs, höhere Löhne und ein schnelleres Wirtschaftswachstum"


New York - Es ist ein Plus, aber ein dürftiges: Die US-Privatwirtschaft schuf im Juli zwar 114.000 neue Stellen und damit mehr als erwartet, wie am Mittwoch aus einer Umfrage der privaten Arbeitsagentur ADP hervorging. Dies dürfte aber kaum ausreichen, um die hohe Arbeitslosigkeit von mehr als neun Prozent spürbar zu senken.

Ein weiteres Problem: Eine zweite Studie signalisierte, dass die Zahl der geplanten Entlassungen im vergangenen Monat deutlich gestiegen ist und so hoch liegt wie seit 16 Monaten nicht mehr. "Am meisten beunruhigt an dem Anstieg im Juli, dass die meisten Pläne Branchen treffen, in denen es bisher nur wenig Entlassungen gab", sagte John Challenger, Chef des Beratungsunternehmens Challenger, Gray & Christmas, das den Bericht vorlegte. Demnach kündigten im vorigen Monat Arbeitgeber den Abbau von 66.414 Jobs an und damit rund 60 Prozent mehr als noch im Juni. Seit Anfang des Jahres kletterte die Zahl der geplanten Entlassungen auf rund 312.000.

Der schwache Arbeitsmarkt ist derzeit die größte Bremse für ein stärkeres Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt. Die ADP-Daten waren zwar besser als die Markterwartung von 100.000, aber deutlich schlechter als zu Boomzeiten.

Obama kündigt Arbeitsmarkt-Offensive an

US-Präsident Barack Obama hatte nach der Abwendung der Zahlungsunfähigkeit eine Offensive für den Arbeitsmarkt angekündigt. "Ich werde in den kommenden Monaten weiter für das kämpfen, was die Amerikaner am meisten beschäftigt: neue Jobs, höhere Löhne und ein schnelleres Wirtschaftswachstum", sagte Obama.

Ökonomen warten nun mit Spannung auf die offiziellen Daten für Juli, die die US-Regierung am Freitag veröffentlicht. Fachleute gehen davon aus, dass unterm Strich rund 85.000 neue Jobs geschaffen wurden. Nach einer Faustformel sind aber etwa 300.000 neue Stellen nötig, um die Arbeitslosigkeit spürbar zu senken.

Die Angst vor dem Jobverlust hat die amerikanischen Konsumenten knauserig gemacht. Im zweiten Quartal erhöhten sie ihre Ausgaben fast nicht mehr. Die gesamte Wirtschaft wuchs mit 1,3 Prozent aufs Jahr hochgerechnet deutlich weniger als erwartet.

yes/Reuters/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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andresa 03.08.2011
1. Traue keine Statistik die du nicht selbst gefälscht hast
...diese Zahlen ändern auch nichts daran, dass das System längst gescheitert ist: http://le-bohemien.net/2011/07/16/das-alte-system-ist-gescheitert/
Das Grauen 04.08.2011
2. Und der "öffentliche Dienst baut 40.000 ab!
Also, unterm Strich bleiben so etwa 75.000 neue Jobs. Noch nicht einmal genug, um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten. So werden die USA die Arbeitslosigkeit nicht abbauen. Und wenn man nicht die von den Politkern bevorzugte Statistik ansieht, sondern die alternative, umfassendere Aufstellung, die E6 oder so heißt, sind sogar 16% der Amis, in manchen Gebieten über 20%, auf der Suche nach Arbeit. Aber das #1 Thema für die "very serious people" ist natürlich der Schuldenabbau. Ist ja klar, daß man mit den Problemen der einfachen Leute nix zu tun haben will. So läuft's nunmal in Washington.
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