"Für alle ein Gewinn" Merkel fordert mehr Engagement von der Wirtschaft für Flüchtlinge

Ganze 54 Stellen haben Dax-Konzerne bislang mit Flüchtlingen besetzt. Das muss mehr werden, mahnt Kanzlerin Merkel. Man müsse schauen, wie man Integration "noch effektiver" hinbekommt.

Syrischer Auszubildender bei Porsche
AFP

Syrischer Auszubildender bei Porsche


Die Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt läuft nur stockend an: Laut einer Umfrage der "FAZ" haben Großkonzerne gerade einmal 54 Jobs für Flüchtlinge geschaffen. Viel zu wenig, findet Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - und kritisiert die Wirtschaft für die verhaltene Personalpolitik.

"Wenn sich Flüchtlinge über Arbeit in Deutschland integrieren, ist das ein Gewinn für alle", sagte Merkel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Es gebe zwar schon viele Firmen - von Handwerk und Mittelstand bis hin zu den großen Konzernen -, die eine Menge für die Integration leisteten, sagte die Kanzlerin.

Treffen im September

Regierung und Wirtschaft müssten aber weiter darüber nachdenken, wie gemeinsam noch mehr getan werden könnte. Die Bundesregierung sieht sich dabei selbst in der Pflicht. Die Regierung werde ihrerseits sehen, "wo noch bürokratische Regelungen einem schnelleren Einstieg ins Berufsleben im Weg stehen". Sie bittet auch dabei um Hilfe aus der Wirtschaft: "Uns ist jeder Hinweis aus der Praxis willkommen, um noch effektiver werden zu können", sagte Merkel.

Die Politik habe allerdings die Rahmenbedingungen verbessert, beteuerte die Kanzlerin. So gebe es inzwischen Rechtssicherheit für Asylbewerber und Geduldete, die eine Berufsausbildung antreten. Auch der Zugang zur Leiharbeit sei verbessert worden.

Mitte September soll es ein Treffen zwischen Merkel und den Vorstandschefs der wichtigsten deutschen Konzerne zu dieser Frage geben.

Mehr zum Thema: Der Traum von der "Blitz-Integration" am Arbeitsmarkt

beb/dpa

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