Pannen-Flughafen BER-Chef Mühlenfeld geht

Der Berliner Flughafenchef Karsten Mühlenfeld verlässt vorzeitig das Unternehmen. Er soll eine Vertragsauflösung unterschrieben haben. Sein Nachfolger wird Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. Auch im Aufsichtsrat gibt es eine Veränderung.
Karsten Mühlenfeld

Karsten Mühlenfeld

Foto: Gregor Fischer/ dpa

Der Berliner Staatsekretär Engelbert Lütke Daldrup wird neuer Geschäftsführer der Berliner Flughäfen. Er folgt auf Karsten Mühlenfeld, der das Unternehmen nach den Querelen der vergangenen Woche vorzeitig verlässt. Mühlenfeld hat nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen eine Vertragsauflösung unterschrieben. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Auch im Aufsichtsrat stehen gravierende Veränderungen an. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt seinen Posten als Vorsitzender des Gremiums auf, wie er am Montag ankündigte. Dies sei aus Compliance-Gründen notwendig. Lütke Daldrup sei eine gute, sachgerechte und schnelle Lösung, sagte Müller. Die Suche nach einem externen Manager mittels eines Personalvermittlers hätte mindestens ein halbes Jahr gedauert.

Müller kündigte an, dass der Bauleiter für den neuen Hauptstadtflughafen, Jörg Marks, seine Arbeit wieder aufnehmen werde. Mühlenfeld hatte den Ingenieur freigestellt, nachdem auf der Baustelle mehrere Termine verfehlt worden waren. Weil Mühlenfeld den Personalwechsel gegen den Willen des Aufsichtsrat vollzog, war die Führungskrise im Unternehmen entstanden.

Lütke Daldrup galt als einer der Favoriten für die Nachfolge, weil ihn auch der Präsidialausschuss im Aufsichtsrats unterstützte. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Ergebnisse der Sondersitzung sollen am Nachmittag verkündet werden.

Mühlenfeld war 2015 als Nachfolger von Hartmut Mehdorn nach Berlin gekommen. Zuletzt hatte er sich mit dem Aufsichtsrat überworfen, indem er den Technikchef auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtflughafen auswechselte, obwohl die Kontrolleure dagegen waren.

Damit gibt es nach zwei Jahren den nächsten Führungswechsel bei dem politisch umkämpften Flughafen-Projekt. Airlines hatten zuvor davor gewarnt, sich von Mühlenfeld zu trennen. Sie fürchten weitere Verzögerungen an dem Flughafen, der eigentlich schon seit mehr als fünf Jahren in Betrieb sein sollte. Technikprobleme, Planungsfehler und Baumängel verzögern jedoch die Fertigstellung.

man/dpa
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