Isoliertes Emirat Katar trotzt Blockade - und beziffert Reserven auf 340 Milliarden Dollar

Vier arabische Staaten hatten den Druck auf das blockierte Katar erhöht. Das Golf-Emirat weist die Vorwürfe zurück - und verweist auf eigene Stärke.
Skyline von Doha

Skyline von Doha

Foto: Gregor Fischer/ dpa

Im Konflikt mit vier arabischen Rivalen kann sich Katar nach Angaben der Notenbank auf Reserven in Höhe von 340 Milliarden Dollar stützen. "Wir haben genug Geld, um jede Art von Schock zu verkraften", sagte der Gouverneur der Zentralbank des Landes, Scheich Abdullah Saud Al-Thani, in einem Interview des US-Senders CNBC .

Allein die Notenbank habe Reserven von mehr als 40 Milliarden Dollar plus Gold. Der Staatsfonds QIA, der an zahlreichen internationalen Unternehmen Beteiligungen hält, verfüge über Mittel von 300 Milliarden Dollar, die er liquidieren könne, sagte Al-Thani in dem Interview.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten zuletzt mit weiteren Sanktionen gegen das Golf-Emirat gedroht, das statistisch zu den reichsten Ländern der Welt zählt. Der populäre TV-Nachrichtensender Al Jazeera müsse eingestellt und die Verbindungen zum Iran zurückgefahren werden, lauteten einige der Forderungen.

Katar wies die neuen Drohungen seiner arabischen Kontrahenten zurück. Die "falschen Behauptungen" seien der Versuch, Katar anzuschwärzen, hieß es aus dem Außenministerium in Doha, wie die staatliche Nachrichtenagentur QNA meldete. Der Vorwurf, das Emirat finanziere Terrorismus, sei unbegründet. Katar beteilige sich aktiv am Kampf gegen Terror. Dabei gilt es als offenes Geheimnis, dass im Syrienkrieg Geld aus Katar an die radikalsten Gegner der Regierung von Präsident Baschar al-Assad fließt. Gleichzeitig ist auch Saudi-Arabien als Förderer des islamistischen Terrorismus bekannt.

Die vier Regionalmächte haben seit 5. Juni ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Emirat gekappt. Es besteht eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat. Katars Kontrahenten werfen dem Emirat Terror-Unterstützung und enge Kontakte zum schiitischen Iran vor - dem Erzfeind des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien.

apr/Reuters/dpa