Umstrittene Bedingungen für WM-Arbeiter Katar verspricht Mindestlöhne und Rechtsschutz

Katar steht wegen Berichten über Todesfälle auf WM-Baustellen in der Kritik. Trotz mehrerer Reformpläne wurden bislang keine echten Verbesserungen im Arbeitsrecht registriert. Das soll sich nun ändern.

Ausländische Arbeiter in Doha
DPA

Ausländische Arbeiter in Doha


Katar hat fünf Jahre vor seiner Fußball-WM 2022 wieder einmal Verbesserungen für die unhaltbare Arbeits- und Lebenssituation ausländischer Arbeiter auch auf den WM-Baustellen angekündigt. Arbeitsminister Issa Saad Al-Jafali Al-Nuaimi stellte bei einer Konferenz mit ausländischen Diplomaten die Einführung eines Mindestlohns und von Rechtsschutz in Aussicht.

Allerdings machte der Politiker keinerlei Angaben zur Höhe der künftigen Entlohnung der geschätzt 800.000 Arbeiter oder zum Zeitpunkt der Lohnreform. In Bezug auf den Rechtsschutz für Arbeiter aus anderen Ländern hat Katar laut Al-Nuaimi bilaterale Abkommen mit 36 anderen Staaten geschlossen.

Die Initiativen des Emirates stehen womöglich in Zusammenhang mit einer am Donnerstag in Genf beginnenden Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen will im Rahmen der zweiwöchigen Beratungen über die Einleitung einer offiziellen Untersuchung der Arbeits- und Lebensbedingungen für ausländische Arbeiter entscheiden.

Katar steht wegen des unwürdigen Umgangs mit ausländischen Arbeitern seit Jahren im Fokus internationaler Menschen- und Arbeitsrechtler. Nicht zuletzt nach Berichten über mehrere hundert Todesfälle unter den entrechteten Arbeitern fordern Kritiker vom Fußball-Weltverband Fifa immer wieder, Katar das Turnier zu entziehen.

Die katarischen Machthaber begegnen der weltweiten Kritik bereits seit einiger Zeit mit vollmundigen Ankündigungen von kleineren Reformen im Arbeitsrecht. Neutrale Beobachter konnten allerdings kaum eine nachhaltige Verbesserung der Lage für Arbeiter aus dem Ausland bestätigen.

bam/sid



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