Kauf von Staatsanleihen China will Spanien aus Schuldenkrise helfen

Der chinesische Staat, dein Freund und Helfer: Die Regierung der Volksrepublik will spanische Staatsanleihen kaufen. Für das Krisenland ist das ein wichtiges Signal im Kampf gegen die drohende Pleite. Auch Griechen und Portugiesen hoffen auf die Fernost-Milliarden.
Bauruine in Spanien: Chinesen wollen in Anleihen investieren

Bauruine in Spanien: Chinesen wollen in Anleihen investieren

Foto: Jasper Juinen/ Getty Images

Madrid - China will seinen Einfluss auf die europäische Wirtschaft ausweiten: Die zweitgrößte Ökonomie der Welt hat am Montag angekündigt, Spanien durch weitere Anleihekäufe zu stützen. Sein Land sei bereit, alle denkbaren Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu prüfen, schrieb der chinesische Vizeministerpräsident Li Keqiang vor seinem Spanien-Besuch in der Zeitung "El País".

China bewerte die Reformpläne der Madrider Regierung positiv. "Wir haben Vertrauen in Spaniens Finanzmarkt", betonte Li. Bei seinem Besuch in Spanien sollen diverse Wirtschaftsabkommen unterzeichnet werden.

Für Spanien ist die Unterstützung aus China ein wichtiges Signal: Es gibt auf den Finanzmärkten Bedenken, dass die Regierung wie Irland auf die Hilfen des EU-Rettungsschirms zurückgreifen muss. Sollte Spanien tatsächlich von der Pleite bedroht und auf europäische Hilfe angewiesen sein, würde dies den Euro erneut stark belasten.

Nach der Visite in Spanien vom 4. bis zum 6. Januar kommt der chinesische Vizepremier nach Deutschland, am Freitag trifft er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Dann steht vom 9. bis 12. Januar Großbritannien auf dem Programm. Li Keqiang wird als künftiger Regierungschef gehandelt, wenn 2012 in China der geplante Generationswechsel in der kommunistischen Führung vollzogen wird.

Europa wichtigster chinesischer Handelspartner

China hat in den vergangenen Jahren massiv ausländische Staatsanleihen aufgekauft und somit weltweit immer einflussreicher geworden. Das Land hatte bereits im vergangenen Jahr den kriselnden EU-Staaten Griechenland und Portugal finanziellen Beistand zugesagt.

Im Dezember hatte die portugiesische Zeitung "Jornal de Negocios" berichtet, die Volksrepublik wolle Staatsanleihen im Wert von vier bis fünf Milliarden Euro kaufen. Beide Regierungen hätten sich darauf geeinigt, dass China im ersten Quartal 2011 investiere - entweder bei Auktionen der staatlichen Finanzagentur oder am Markt.

Die Volksrepublik besitzt dank des jahrelangen Wirtschaftsbooms die weltweit größten Devisenreserven. Bislang sind schätzungsweise 70 Prozent der rund 2,5 Billionen Dollar Devisen in Dollar angelegt. Seit einiger Zeit versucht China, sein Geld stärker auch in Nicht-Dollar-Währungen anzulegen, um der Gefahr einer Dollar-Abwertung zu begegnen. Das Land investiert auch deshalb verstärkt in Europa, weil die EU der wichtigste Handelspartner der Exportnation ist.

böl/dpa-AFX/Reuters
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