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29. März 2019, 07:33 Uhr

Bischof fordert alternative Einnahmen

"Die Kirchensteuer bricht in zehn Jahren ein"

Noch steigen die Einnahmen der Kirchen in Deutschland - weil auch Löhne und Gehälter wachsen. Doch die Austritte hinterlassen Spuren. Die Folgen könnten "brutal" werden, warnt der Bischof von Eichstätt.

Der katholische Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, hat eine Debatte über die Zukunft der Kirchenfinanzierung gefordert. "Wir, die deutschen Bischöfe, müssen uns dringend damit befassen, wie es mit der Kirchensteuer weitergehen kann und soll. Diese Diskussion vermisse ich", sagte Hanke der "Augsburger Allgemeinen".

Die katholische, aber auch die evangelische Kirche sehe sich jedes Jahr mit einer großen Zahl von Kirchenaustritten konfrontiert, sagte Hanke weiter. "Zudem kommen wir wegen der demografischen Entwicklung, dem Bevölkerungsrückgang, an Grenzen. Spätestens in zehn Jahren werden die Kirchensteuereinnahmen einbrechen."

Die Frage müsse sein, ob diese Form der Kirchenfinanzierung auf Dauer trage oder ob es andere Wege gebe. "Ich möchte nicht einer sofortigen Abschaffung der Kirchensteuer das Wort reden. Weil man sich da in einem größeren Horizont Gedanken machen müsste, da das auch die evangelische Kirche betrifft und zumal die Folgen brutal wären", sagte Hanke. "Dennoch müssen wir jetzt anfangen, über andere Möglichkeiten der Finanzierung nachzudenken, und müssen dabei kreativer werden."

Rekordeinnahmen, strukturelle Probleme aber sichtbar

Bislang schlagen diese negativen Faktoren allerdings noch nicht auf das Steueraufkommen durch. Die Einkünfte durch die Kirchensteuer waren im Jahr 2017 so hoch wie nie zuvor. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz zahlten kirchensteuerpflichtige Katholiken im Bundesgebiet 6,4 Milliarden Euro Kirchensteuer. Den evangelischen Kirchen flossen in dem Jahr 5,6 Milliarden Euro aus der Kirchensteuer zu. Grund dafür ist allerdings die zuletzt gute Konjunktur und das Wachstum der Löhne.

Spuren hinterlassen die Kirchenaustritte dennoch in den Bilanzen der Kirchen: So war die Wachstumsrate der allgemeinen Lohnsteuereinnahmen des Staates in den vergangenen Jahren fast doppelt so hoch wie der Zuwachs bei den Kirchensteuern.

beb/dpa

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