Kita-Streik Ver.di lässt Mitglieder über Tarifabschluss entscheiden

Kita-Angestellte sollen 4,5 Prozent mehr Geld bekommen, haben die Schlichter empfohlen. Die Gewerkschaft Ver.di tut sich damit schwer - und lässt nun ihre Mitglieder entscheiden.  

Demo in Düsseldorf (2.6.): Gewerkschaftsmitglieder sollen abstimmen
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Demo in Düsseldorf (2.6.): Gewerkschaftsmitglieder sollen abstimmen


Im Kita-Tarifstreit ist eine schnelle Einigung wieder in die Ferne gerückt. Die Gewerkschaft Ver.di tut sich schwer mit der Empfehlung der Schlichter. Diese hatten am Dienstag Gehaltserhöhungen je nach Berufsgruppe von zwei bis 4,5 Prozent vorgeschlagen. Eine "echte Aufwertung" der Berufe habe es aber nicht gegeben, sagte ein Ver.di-Sprecher.

In den kommenden vier Wochen sollen nun die Gewerkschaftsmitglieder über das Ergebnis abstimmen, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske nach einer Streikdelegiertenkonferenz in Frankfurt am Main. Ver.di will noch am Mittwochabend die Verhandlungen mit den Arbeitgebern wieder aufnehmen, um möglicherweise Änderungen des Schlichterspruchs zu beschließen.

Die Schlichter waren der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD). Sie verhandelten gemeinsam mit je zehn Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Ihr Schlichterspruch sei von den Delegierten "überwiegend sehr kritisch" gesehen worden, sagte der Ver.di-Chef. Es habe aber unterschiedliche Bewertungen darüber gegeben, ob die Empfehlung hingenommen oder abgelehnt werden sollte.

Zuvor hatten sich die Beratungen der Gewerkschaft über den Schlichtungsvorschlag in die Länge gezogen, die 300 Teilnehmer der Streikdelegiertenkonferenz diskutierten stundenlang. Eine ursprünglich für 14 Uhr geplante Stellungnahme von Ver.di-Chef Frank Bsirske musste zwei Mal verschoben werden.

kpa/dpa-AFX/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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enemenemopel 24.06.2015
1. Leider
... verkommt Deutschland z.Z. zu einer Selbstbedienungsgesellschaft in der Einigungen anscheinend nicht mehr möglich sind. Seit wann gelten die Gesetze des Handelns nicht mehr? Der eine sagt 10, der andere 1 und das Ergebnis ist ein Kompromiss irgendwo in der Mitte. Und jetzt? Scheinen alle erstaunt zu sein, dass 10 gefordert nicht gleich 10 bekommen bedeutet. Kommt mal wieder auf den Teppich, nächstes Jahr gibt es die nächste allgemeine Tarifrunde, da gibt es noch mal was dazu, genau wie beim letzten Mal. Wo gibt es denn sonst so oft eine Gehaltssteigerung? Wenn es jetzt wieder heißen sollte, reicht nich, weiterstreiken, dann dürfte die Akzeptanz stark in Richtung 0 tendieren.
grisubilly 24.06.2015
2. @ enemenemopel (Beitrag 1)
Ihre Aussage ist schon ok - einer sagt "1", der Andere "10" - und man trifft sich irgendwo in der Mitte. Nur: Für die absolut allermeisten - nämlich die ganz normalen ErzieherInnen - liegt das Ergebnis des Schlichterspruchs bei "2". 4,5 betrifft nur sehr, sehr wenige... Und "2" ist für mich nicht in der Mitte - das ist ein Witz! Kann nur dummerweise nicht darüber lachen...
Davilia 24.06.2015
3.
Aufmerksam habe ich das Schlichtungsergebnis durchgelesen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo es bei diesem "Ergebnis" zu einer tatsächlichen Aufwertung kommen soll. Bei mir (bisher S6, Grundstufe 2) wird es durch die Umgruppierung in die neue Entgeltstufen S8a zu einer Lohnsteigerung von 1,25% kommen - 33,32? BRUTTO mehr im Monat. Es ging um eine grundsätzliche Aufwertung, aber auch um die Beseitigung bestehender Ungerechtigkeiten im Tarifgefüge des SuE. Absolut keine Änderung gibt es im Bereich der Abwertung bei Arbeitgeberwechseln, der Laufzeitverkürzung insgesamt und für einen Großteil der Sozialarbeiter bzw. keine Änderung für Heilerzieher_innen. Einzig Leitungen wurden angemessen aufgewertet - aber das kann nicht ausreichen!
illuminates 24.06.2015
4. Den Hals nicht voll genug bekommen...
Um den Schlichterspruch zu bewerten sollten vielleicht nicht einzelne Details herausgegriffen werden sondern der Blick auf den Konsens im Gesamtergebnis fokussiert sein. Ich habe jedenfalls KEIN Verständnis mehr für wochenlange Streiks auf dem Rücken der vom Tarifstreit unbeteiligten Eltern. Wie hier unsere Kinder von den Gewerkschaften materialisiert werden ist für mich persönlich ein sehr beschämendes Verhalten.
kimmberlie67 25.06.2015
5. 4,5% sind doch ein Witz bei der Arbeit
10% sind richtig wenn es dem Staat zu teuer ist soll er doch die zur Kasse bitten die Ihre Kinder zurKita schicken um sich einen zweiten oder drittenUrlaub im Jahr zu gönnen. Jetzt höre ich schon den Aufschrei der Übermütterdie sofort in den Kampfmodus fallen wenn sie merkendas ich recht habe. Ausnahmen bestätigen die Regel,ist doch klar.
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