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10. August 2015, 07:13 Uhr

Kita-Streit

Arbeitgeber wollen Lohnangebot für Erzieher nicht erhöhen

Die Gewerkschaften fordern im Kita-Streit kräftige Nachbesserungen von den Arbeitgebern. Doch die geben sich hart: Weitere Zugeständnisse soll es nicht geben. Ver.di plant schon neue Streiks ab Mitte September.

Die Arbeitgeber haben verärgert auf die Ablehnung des Schlichterspruchs im Kita-Tarifstreit reagiert und weitere Zugeständnisse ausgeschlossen. "Ich sehe keine Luft nach oben", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der "Passauer Neuen Presse". Nun drohen Eltern von Kita-Kindern neue Streiks.

"Es war auch für die Arbeitgeber nicht leicht, Akzeptanz für den Schlichterspruch zu finden. Das Ergebnis war nicht einstimmig", sagte Böhle. Der Verband habe unter anderem Austritte von Gemeinden zu verzeichnen gehabt, denen der Schlichterspruch bereits zu teuer war.

Bei einer Abstimmung der beteiligten Gewerkschaften Ver.di und GEW hatten sich deren Mitglieder aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes mit deutlicher Mehrheit gegen den Schlichterspruch von Ende Juni ausgesprochen. Dieser sieht Gehaltserhöhungen zwischen 2 und 4,5 Prozent vor. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, erklärte daraufhin am Samstag die Schlichtung für die insgesamt rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter für gescheitert. Er fügte hinzu: "Der Streik wird fortgesetzt" - falls die Arbeitgeber nicht kräftig nachlegen würden.

Kein Streik in den Sommerferien

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, warnte dagegen in der "Rheinischen Post", mehr als durchschnittlich plus drei Prozent Gehalt könnten sich die Kommunen nicht leisten. "Noch mehr Geld würde auch das Gehaltsgefüge im öffentlichen Dienst der Kommunen sprengen." Dann wollten etwa auch die Feuerwehrleute mehr Geld. "Ich befürchte, dass es wieder zu Streiks in vielen Kitas kommt", sagte Landsberg.

Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" will Ver.di neue Kita-Streiks vor dem Ende der Schulferien in Baden-Württemberg und Bayern Mitte September vermeiden. Es gehe darum, mögliche Streiks bundesweit zeitlich einheitlich zu organisieren, heiße es in Gewerkschaftskreisen. Die Gewerkschaft will an diesem Dienstag über das weitere Vorgehen entscheiden. Am Donnerstag wollen sich dann Gewerkschaften und Arbeitgeber wieder zu Tarifverhandlungen zusammensetzen.

Die CSU-Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt rief beide Seiten zur Vernunft auf. "Ich appelliere an alle Beteiligten, die aktuelle Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken der Eltern auszutragen und Streiks möglichst zu vermeiden", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Paul Lehrieder, zeigte Verständnis für die Gewerkschaften und ihre Mitglieder. "Nach meiner Auffassung ist die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher mehr wert, als der Schlichterspruch vorsieht", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". "Die Eltern wären bestimmt auch bereit, für gute Betreuung etwas mehr zu bezahlen als bisher. Ich denke, da sollte ein Kompromiss möglich sein, der signifikant über dem bisherigen liegt."

brk/dpa

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