Nein zum Schlichterspruch Ver.di fordert besseres Angebot für Erzieher und droht mit Streik

Ver.di hat dem Vorschlag der Schlichter im Kita-Tarifstreit nicht zugestimmt. Gleichzeitig drängt die Gewerkschaft die Arbeitgeber zu einem neuen Angebot - sonst drohen Streiks.

Kita-Streik: Die Tarifverhandlungen gehen in eine neue Runde
REUTERS

Kita-Streik: Die Tarifverhandlungen gehen in eine neue Runde


Seit Monaten kämpfen Erzieher und Sozialarbeiter für mehr Geld. Ein Schlichterspruch sollte die Einigung bringen. Doch erst sagte die Ver.di-Basis Nein, nun hat die Dienstleistergewerkschaft den Vorschlag der Schlichter offiziell abgelehnt. Gleichzeitig wurden die Arbeitgeber dazu aufgefordert, ein verbessertes Angebot vorzulegen. "Andernfalls stehen die Zeichen auf Streik", sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske.

In einer Umfrage hatten zuvor 70 Prozent der betroffenen Gewerkschaftsmitglieder die Schlichtungsempfehlung von Ende Juni abgelehnt. Deshalb habe die Tarifkommission entschieden, dass der Schlichterspruch abgelehnt werde, sagte Bsirske.

Am Donnerstag werden die Verhandlungen in dem Tarifkonflikt in Offenbach festgesetzt. Dort müsse es eine Verbesserung der Schlichtungsempfehlung geben. Gelinge das nicht, werde es eine neue Urabstimmung über Streiks geben, teilte Bsirske mit.

Der Ver.di-Chef bekräftigte zudem, dass es keine neuen Streiks vor dem Ende der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg Mitte September geben werde. Auch die Eingewöhnungszeit für Kinder in den Kitas werde bei den Beratungen über einen Arbeitskampf eine Rolle spielen. Es sei daher davon auszugehen, dass es erst Anfang Oktober zu Streiks komme, wenn dies notwendig sei.



insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Marut 11.08.2015
1. undurchsichtiges Spiel
Jetzt stellt sich Bsirske als Interessenwahrer der Arbeiterinteressen dar - aber das macht er aus der Not heraus und weniger aus Überzeugung. Man muß bedenken, dass die Gewerkschaft die Basis massiv unter Druck gesetzt hat, den Schlichterspruch anzunehmen, als wenn sie von den Arbeitgebern dafür bezahlt würden ( ;-) ). Erst nachdem jetzt die Mitglieder den Schlichterspruch mit eindrucksvoller Mehrheit abgelehnt haben, wendet sich auch die Richtung der Argumentation von verdi. Jetzt muß gerettet werden, was noch gerettet werden kann, um die Blamage einzudämmen. Durch meine Kontakte mit der verdi-Basis weiß ich, dass z.Zt. etliche Mitglieder mit Austritt liebäugeln und das nur erstmal unterlassen haben, weil ihnen die Gewerkschaft klargemacht hat, dass, wer vor Ablauf eine Jahres nach dem Erhalt von Streikgeld die Gewerkschaft verläßt, dieses Geld zurückzahlen muß.
herm16 11.08.2015
2. Es ist wie alles in Deutschland
kompliziert. Erst ja, dann eigentlich doch nicht, aber man könnte vielleicht doch. Was haben diese Ver.di Bosse eigentlich für eine Ausbildung ?
politik-nein-danke 11.08.2015
3. Verdi hat garnichts zu fordern...
...sondern sollte seinen Mitgliedern mal die Wahrheit sagen. Die Überhöhungskampagne wo man die Erzieherinnen mit Akademikern gleich stellen wollte war wirtschaftlich nie umsetzbar und hat Erwartungen geschürt die nie erfüllbar waren. Um dann nicht das Gesicht zu verlieren hat Verdi eine Schlichtung mitgemacht um anschließend das "Nein" auf die Mitglieder abzuwälzen.
sunrise132 11.08.2015
4. Ablehnung des Schlichterspruches
Hier scheinen einige das Prinzip der Basisdemokratie noch nicht verstanden zu haben. Übrigens wurde allen ver.di-Mitgliedern VOR Beginn der Schlichtung gesagt, das nachher über diesen Spruch abgestimmt wird. Warum kam es eigentlich so weit? Das Verhalten seitens der Arbeitgeber, kein Angebot vorzulegen, führte zur ersten Streikwelle und deshalb ist es richtig und wichtig, den eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen. Wenn die Arbeitnehmer jetzt einknicken, werden jegliche Verhandlungen aller Branchen in Zukunft abgeschmettert. Es gilt hier, ein Zeichen zu setzen, dass sich die Arbeitnehmer nicht mehr alles sagen und gefallen lassen! Die angeblich aktuell gezahlten Gehälter, von denen die Arbeitgeber sprechen, entsprechen den Forderungen von ver.di. Würden diese tatsächlich gezahlt, wäre jegliche Streikdiskussion vom Tisch und alle Gewerkschaftsmitglieder würden die Füße still halten.
fruehling83 11.08.2015
5. lasst nicht locker,
denn wir sind so ein reiches Land. Und von weit her kommen Menschen gereist , die uns darum beneiden und auch ihre Kinder wollen erzogen werden (falls sie in die frühförderung geschickt werden).
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.