Tarifkampf Ver.di erwägt Kita-Streiks bis Mai

In Hamburg, Bremen und Niedersachsen streiken Erzieher; ihr Kampf könnte andauern - und sich auf weitere Bundesländer ausdehnen. Laut "Süddeutscher Zeitung" plant die Gewerkschaft Ver.di Arbeitsniederlegungen bis in den Mai hinein.

Kita in Hannover: Kampf für mehr Lohn
DPA

Kita in Hannover: Kampf für mehr Lohn


Die Gewerkschaft Ver.di erhöht im Tarifkampf für Kinderpfleger, Erzieher und Sozialarbeiter den Druck. Ihr Vorsitzender Frank Bsirske hatte bereits am Montag wochenlange Streiks in deutschen Kitas angedeutet. Nun liegen der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") nach eigenen Angaben detaillierte Pläne für Streiks bis in den Mai hinein vor.

Eine Fachgruppe von Ver.di habe unter anderem einen Warnstreik am 17. April in Falkensee bei Berlin und einen weiteren am 5. Mai in Potsdam beschlossen, heißt es in dem Bericht. Die Entscheidung darüber sei bereits vor zwei Wochen gefallen.

Die Verhandlungen zwischen Ver.di, dem Beamtenbund und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf der einen Seite und dem Verband Kommunaler Arbeitgeber (VKA) auf der anderen Seite sollen indes offiziell weiterlaufen. Der nächste Termin ist diesen Donnerstag, danach sind laut "SZ" der 16., 20. und 21. April und der 11. und 12. Mai. reserviert.

Ver.di verlangt für die Kita-Mitarbeiter teils Gehaltssteigerungen von mehreren Hundert Euro pro Monat - und verleiht dieser Forderung mit bundesweiten Streiks Nachdruck. An diesem Dienstag werden unter anderem Kitas in Hamburg, Bremen und Niedersachsen bestreikt. Am Mittwoch soll es Ausstände in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen geben.

ssu

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insgesamt 114 Beiträge
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berufskonsument 07.04.2015
1.
Schon wieder eine Gewerkschaft, die Deutschland lahmlegt, weil sich Millionen Arbeitnehmer um alterantive Kinderbetreuung kümmern müssen. Daber das ist ja was anderes, schließlich ist es diesmal ver.di und niemand würde Herrn Bsirske Größenwahn unterstellen, der auch seit Jahren erfolglos Amazon in die Knie zwingen will.
megamekerer 07.04.2015
2. Arme Kinder!
Verdi sollte andere Mitteln für Arbeitskampf finden als nur Streik! Hier werden die Kinder leidtragende sein! Verdi sollte vielleicht erwägen, dass dafür andere Berufsgruppen streiken, z.B. Die Bankangestellte die meisten ihre Kinder in Kitas haben!
cyoulater 07.04.2015
3. Erzieherinnen und Erzieher...
...sind heutzutage nicht mehr irgendwelche angestaubten Basteltanten und -onkel, die man auch ruhig mal durch einschlägig ungelernte Kräfte oder Ex-Schlecker-Frauen ersetzen kann. Sie erfüllen einen enorm verantwortungsvollen Job, haben einen echten Bildungs- und Erziehungsauftrag, Tag für Tag, und sie werden miserabel dafür bezahlt. Es ist eine Schande, mit welcher mangelnden Wertschätzung und Unterbezahlung diese engagierten, gut ausgebildeten Kräfte in Deutschland zum Teil zu kämpfen haben. Ich bin froh und dankbar für die Kompetenzen, die meine Kinder in ihren Kitas entwickeln und erweitern konnten, für all das, was sie dort vermittelt bekamen- und ich ziehe bis heute den Hut vor der Arbeit ihrer Erzieherinnen und Erzieher. Natürlich ist ein Kita-Streik eine harte Sache für die betroffenen Eltern, ich habe das selber schon erlebt. Wenn man selbst berufstätig ist, dann kann so ein Streik katastrophal sein. Dennoch, auch diese Beschäftigten haben die selbe Berechtigung wie jeder andere auch, für ihr Recht zu kämpfen.
MütterchenMüh 07.04.2015
4. verzweifelte Gewerkschaft
Super Strategie. Leidgeplagte Eltern, die schon genug um die Ohren haben, um den Alltag zu bewältigen, zu piesacken, kann man wohl nur als eine Aktion der "Geiselhaft" bezeichnen. Sympathien wird Verdi damit definitiv nicht ernten, aber es zeigt, wie hoffnungslos die Sache für Verdi läuft. Die Kindergartentanten wurden in der Vergangenheit schon zu pädagoischen Wunderkräften aufgewertet. Eine weitere Aufwertung und Höhergruppierung dürfte allerdings unmöglich sein, brächte es doch das gesamte Entgeltsystem im ÖD in Unordnung.
bimbambum 07.04.2015
5. ganz großes Kino
das auf dem Rücken von Eltern auszutragen, super Sache Herr Bsirske. Darf ich meinen Verdienstausfall dann an Verdi fakturieren?
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