Klimaschutz Belgien fordert höhere Steuern auf Flüge

Obwohl Reisen mit der Bahn das Klima schonen, sind sie oft teurer als ein Flug. Das liegt auch an der fehlenden Besteuerung von Kerosin. Belgien will das nun EU-weit ändern.
Flughafen Hamburg (Symbolbild)

Flughafen Hamburg (Symbolbild)

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Belgien will in der EU eine Steuer auf Flüge vorschlagen. "Sie können weiter das Flugzeug nutzen, aber Sie werden sehr viel mehr dafür bezahlen", sagte der wallonische Umweltminister Jean-Luc Crucke am Samstag dem belgischen Sender RTBF.

Demnach wollen die Belgier die neue Steuer für den Luftverkehr am 5. März bei einem Treffen der EU-Umweltminister auf die Tagesordnung bringen. Hintergrund ist der Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Die Niederlande hatten bei einem EU-Finanzministertreffen am 12. Februar bereits eine ähnliche Idee aufgebracht. Crucke kritisierte, derzeit gebe es keine Steuer auf Kerosin und auf Flugtickets.

Das deutsche Umweltbundesamt fordert bereits seit längerem, dass die Steuerbegünstigung des Flugverkehrs abgeschafft wird. Die Bundesbehörde kritisiert, die Energiesteuerbefreiung von Kerosin und die Mehrwertsteuerbefreiung bei internationalen Flügen.

Der Anteil des gesamten Flugverkehrs an den weltweiten Kohlendioxidemissionen beträgt derzeit rund 2,7 Prozent. Allerdings sondern die Triebwerke noch weitere Luftfahrtemissionen wie etwa Stickoxid und Feinstaub ab. Die Bildung von Kondensstreifen und Veränderungen in Zirruswolken tragen zusätzlich zur Erwärmung bei. Experten schätzen daher den Anteil der Fliegerei am Klimawandel auf etwa fünf Prozent.

Flüge seien ein umweltverschmutzendes Transportmittel, sagt auch der wallonische Umweltminister Jean-Luc Crucke. Daher müsse dem "Gewissen" der Verbraucher über den "Geldbeutel" nachgeholfen werden.

In einem Schreiben an die 27 EU-Partnerländer, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, verweist Belgien darauf, dass umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie die Bahn stärker besteuert würden als der Luftverkehr. Belgien fordert daher eine gerechtere Besteuerung. Applaus für den belgischen Vorstoß kam aus den Niederlanden.

AFP/stu