Klimaschutz CSU will Kauf energiesparender Haushaltsgeräte steuerlich fördern

Wer höchst energieeffiziente Waschmaschinen, Trockner oder ähnliche Geräte kauft, soll 20 Prozent der Kosten bei der Steuer erstattet bekommen: Das sieht einem Bericht zufolge die "Klimastrategie" der CSU vor.

Schild mit Ausweisung der Energieeffizienzklasse: CSU will "Klimabonus" bis maximal 10.000 Euro jährlich gewähren
Peter Kneffel/ DPA

Schild mit Ausweisung der Energieeffizienzklasse: CSU will "Klimabonus" bis maximal 10.000 Euro jährlich gewähren


Die CSU will den Kauf energiesparender Haushaltsgeräte kräftig steuerlich fördern: Wer sich höchst energieeffiziente Waschmaschinen, Trockner oder ähnliche Geräte zulegt, soll 20 Prozent der Kosten bei der Steuer erstattet bekommen. Das geht aus der umfassenden "Klimastrategie" der CSU hervor, die auf der Parteivorstandsklausur an diesem Freitag und Samstag beschlossen werden soll - das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

"Wir wollen einen Steuernachlass für Aufwendungen zum Klimasparen im eigenen Haushalt gewähren: ob bei klimafreundlichen Investitionen in die eigenen vier Wände, energiefreundlichen Haushaltsgeräten oder bei Investitionen für klimafreundliches Heizen", heißt es demnach in dem Papier. Der "Klimabonus" soll nach dem Willen der CSU bis zu einer Höhe von maximal 10.000 Euro jährlich gewährt werden.

Gefördert werden sollen neben dem Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte auch energetische Gebäudesanierungen an selbst genutztem Wohneigentum oder der Austausch alter Heizungsanlagen bis 2030: "Wir wollen mit einer Abwrackprämie den Austausch alter, ineffizienter Heizungsanlagen fördern", heißt es in dem 16-seitigen Papier. Auch die energetische Modernisierung von Betriebsgebäuden soll steuerlich gefördert werden.

Der Vorschlag für eine umfassende Klimasteuerreform ist Teil des Konzepts der CSU, mit dem die Partei in die entscheidende Phase der Berliner Koalitionsberatungen über ein großes Klimaschutzpaket gehen will. Kerngedanke ist, Anreize für mehr Klimaschutz zu setzen, anstatt beispielsweise eine CO2-Steuer einzuführen - hier präferiert die CSU die Ausweitung des Handels mit sogenannten CO2-Zertifikaten.

Dabei plädiert die CSU für eine Übergangszeit auch für ein nationales Emissionshandelssystem in Sektoren, für die es noch kein europäisches System gibt, also beispielsweise im Verkehr. Für den CO2-Preis sollen Preisobergrenzen und -untergrenzen festgelegt werden.

Weitere Punkte des CSU-Konzepts sind unter anderem die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets von 19 auf 7 Prozent, die bundesweite Einführung von 365-Euro-Tickets im öffentlichen Nahverkehr sowie die Begünstigung von E-Dienstwagen und eine stärker am CO2-Ausstoß ausgerichtete Kfz-Steuer. Die Umlage für erneuerbare Energien soll schrittweise gesenkt, die Pendlerpauschale erhöht werden. Eine "Kampfpreis-Steuer" für Billigflüge, wie sie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt zuletzt vorgeschlagen hatte, findet sich in dem Papier nicht.

aar/dpa

insgesamt 26 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dragondeal 06.09.2019
1. Na toll
Da kann man vom ?500-Trockner glatt ?100 von der Steuer absetzen. Da spart der Geringverdiener doch glatt irgendwas zwischen ?25 und nichts. Aber eine gute Gelegenheit, sich ein energiefressendes Auslaufmodell zuzulegen, das wird sicher locker ?100 billiger. Sorgt doch einfach dafür, dass die Menschen genug verdienen und das genug Ökostrom vorhanden ist, und zwar zu einem akzeptablen Preis.
Prinzen Paule 06.09.2019
2. Ja ist denn schon Weihnachten?
Diese Kampagne erinnert mich sehr an den Werbespot mit Franz Beckenbauer. Der klang auch nicht authentisch seiner Aussage !
franxinatra 06.09.2019
3. Ich habe tatsächlich nachgemessen...
und entdecke wenig Verbrauchsunterschied zwischen Hochpreisigen und Billigmarken; aber vielleicht sollten ja auch nur heimische Produzenten Umwegssubventioniert werden -wenn es die überhaupt noch gibt.
marthaimschnee 06.09.2019
4. Super!
Und wieder nur für die Mittel- und Oberschicht. Denn 20% von irgendwas multipliziert mit einem Steuersatz von 0,00 ist dummerweise immer noch 0,00. Und sonst? Für 10000 Euro krieg ich keine umweltfreundliche Heizung. 20% von 10000 Euro sind 2000, bei einem Steuersatz von 25% (Durchschnittsverdiener) wird eine 30000 Euro teure Heizung also mit satten 400 Euro gefördert. Das nimmt man vielleicht gerne mit, wenn man eh gerade am austauschen ist, aber alleine deswegen wird niemand seine noch funktionierende Heizung austauschen. Genauso bei energiesparenden Haushaltsgeräten. Die Unterschiede zwischen A++ und A+++ wiegen auf die (heute leider selbst bei Markengeräten jämmerliche) Lebensdauer des Gerätes niemals den Preisunterschied auf. Daran werden auch 20% steuerliche Absetzbarkeit nichts ändern. PS: die KFZ-Steuer ist bereits zu 100% am CO2 Ausstoß festgemacht
RalfHenrichs 06.09.2019
5. Typisch CSU
Wer viel Steuern zahlt, kann dies dann absetzen. Wer keine oder nur wenig Steuern zahlt (Hartz IV, Niedriglöhner) profitieren von dieser Idee nicht. Wer viel Steuern zahlt, braucht dieses Geld aber nicht. Wer keine oder nur wenig Steuern zahlt, bräuchte dieses Geld.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.