Klimaschutz Energieagentur kritisiert SUV-Boom

Statt weniger verbrauchen wir immer mehr Energie. Schuld ist laut der Internationalen Energieagentur auch der Boom schwerer SUV. Sie fordert eine große Koalition, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Der Boom von SUV sorgt für steigenden Ölverbrauch
BMW/ Uwe Fischer

Der Boom von SUV sorgt für steigenden Ölverbrauch


Die Nachfrage nach SUV-Geländewagen und anderen schweren Fahrzeugen sorgt laut der Internationalen Energieagentur (IEA) dafür, dass weltweit mehr Öl verbraucht werde. Die schweren SUV-Fahrzeuge könnten so positive Effekte der Elektromobilität zunichtemachen. Das geht aus dem aktuellen Weltenergiebericht der IEA hervor.

Selbst wenn alle Staaten ihre Zusagen zum Klimaschutz einhalten, werde der klimaschädliche Ausstoß von Treibhausgasen noch bis 2040 steigen, heißt es weiter. Der übereinstimmenden Ansicht von Klimaexperten zufolge muss der Ausstoß jedoch radikal gesenkt werden.

"Die Welt muss dringend einen Laser-ähnlichen Schwerpunkt darauf legen, die Emissionen zu vermindern", schrieb IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol auf Twitter. Nötig sei eine große Koalition, die Regierungen, Investoren, Unternehmen und diejenigen einschließe, die für den Klimaschutz eintreten.

Weltweit vereinbarte Nachhaltigkeitsziele dürften langfristig deutlich verfehlt werden, warnte die Agentur. Sie legte dabei ein Szenario zugrunde, das aktuelle Politikabsichten und -ziele bereits berücksichtigt.

Ölnachfrage wird sich ab 2025 deutlich verlangsamen

Der weltweite Energieverbrauch wird demnach bis 2040 um ein Prozent pro Jahr steigen. "Über die Hälfte dieses Wachstums wird durch CO2-arme Energiequellen gedeckt, allen voran Fotovoltaik (...)", heißt es in dem Bericht. Die Nachfrage nach Öl werde sich nach 2025 deutlich verlangsamen und in den Dreißigerjahren abflachen. Der Kohleverbrauch werde sinken.

"Die Dynamik bei den sauberen Energietechnologien reicht nicht aus, um die Auswirkungen einer expandierenden Weltwirtschaft und wachsenden Bevölkerung auszugleichen", schrieb die Agentur in ihrem Ausblick. Der Emissionsanstieg verlangsame sich zwar, "jedoch wird der Scheitelpunkt vor 2040 nicht erreicht".

Auf der Uno-Klimakonferenz in Paris hatten sich die gut 190 vertretenen Staaten 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Viele Länder haben sich seither nationale Reduktionsziele gesetzt.

Experten sind sich jedoch einig, dass diese zusammen bei Weitem nicht ausreichen. Der Weltklimarat (IPCC) hat in einem Sonderbericht vorgerechnet, dass die globalen CO2-Emissionen zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels bis 2030 gegenüber 2010 um 45 Prozent sinken müssen. Bis 2050 sogar auf netto null. Dies erfordere einen unverzüglichen und nie dagewesenen radikalen Umbau unseres Wirtschafts- und Verkehrssystems - weg von Kohle, Öl und Gas.

brt/dpa

insgesamt 24 Beiträge
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hansulrich47 13.11.2019
1. Fordern kann man vieles!
So lange Menschen ein Auto mit den Argumenten kaufen: Ich will hoch sitzen, brauche stets Platz für 5 Personen und eine riesigen Kofferraum, wird sich nichts ändern. Da hilft nur eine SUV Steuer, die sich ganz schlicht über eine kombinierte Gewichts/Verbrauchsteuer für alle PKW erheben lässt. Da in der EU ein Crashtest bestanden werden muss, ist das Argument: Das führt zum Leichtbau und macht unsicher, nicht stichhaltig.
schlumz 13.11.2019
2.
Kfz Steuer in seiner jetzigen Form abschaffen und eine Gewichtssteuer einführen gekoppelt mit einer empfindlichen Erhöhung der Spritsteuer.
Georg_Alexander 13.11.2019
3. KFZ-Steuer komplett abschaffen
dafür eine reine Verbrauchssteuer, die das Volumen der entfallenen KFZ-Steuer mindestens ausgleicht - das hilft. Das mit dem Gewicht sollte sich eigentlich über die Haftpflichtversicherung regeln: Mehr Gewicht=mehr Durchschlagskraft=höherer Schaden! Vielleicht hilft auch eine obligatorische Selbstbeteiligung für Personenschäden in nennenswerter Höhe (einkommensabhängig), denn aus ethischen Gründen sollten Personenschäden nicht grenzenlos versicherbar sein, da die Nutzung des Fahrzeugs an sich schon eine zu minimierende Gefährdung anderer Personen darstellt, von der man sich nicht 'freikaufen' dürfte!
Flari 13.11.2019
4.
Zitat von Georg_Alexanderdafür eine reine Verbrauchssteuer, die das Volumen der entfallenen KFZ-Steuer mindestens ausgleicht - das hilft. Das mit dem Gewicht sollte sich eigentlich über die Haftpflichtversicherung regeln: Mehr Gewicht=mehr Durchschlagskraft=höherer Schaden! Vielleicht hilft auch eine obligatorische Selbstbeteiligung für Personenschäden in nennenswerter Höhe (einkommensabhängig), denn aus ethischen Gründen sollten Personenschäden nicht grenzenlos versicherbar sein, da die Nutzung des Fahrzeugs an sich schon eine zu minimierende Gefährdung anderer Personen darstellt, von der man sich nicht 'freikaufen' dürfte!
Sie haben ja putzige Ideen. Seit Jahr und Tag sortieren die Versicherer die diversen Fahrzeuge einschliesslich ihrer Motorisierung in die unterschiedlichsten Schadensklassen ein, abhängig von den Schäden, die diese Fahrzeuge in der Vergangenheit verursacht haben. Dazu kommt dann auch noch die Einstufung des Halters. Wollen Sie erreichen, dass ein ggf. lebenslang geschädigtes Unfallopfer auf einem Teil seines Schadens sitzenbleibt, wenn/weil der unfallverursachende Fahrer eines 3,5 Tonners pleite ist?
Havel Pavel 13.11.2019
5. Einschränken sollen sich mal schön die anderen
Ich will das Auto fahren welches mir gefällt und lasse mir doch nicht von irgendwelchen Trollen diktieren was ich zu kaufen habe! Mindestens 300 PS und 2,5 Tonnen Leergewicht muss es schon haben und wegen der guten Sicht auch schön hoch gebaut sein! Die Autohersteller kennen meine Wünsche und Vorlieben und mit jedem neuen Modell setzten sie noch einen drauf! Super, so nähert man sich der 1000 PS Grenze und das Gewicht und die Ausmaße steigen immer schön mit! Platz da, jetzt komme ich!
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