Klimaschutz Norwegens Staatsfonds trennt sich von Öl-Aktien

Mit seinen Einnahmen aus fossilen Energien ist Norwegen reich geworden. Jetzt soll der Staatsfonds des Landes grüner werden - und Öl-Aktien im Milliardenwert verkaufen.
Ölförderung vor Stavanger: Erneuerbare Energien im Fokus

Ölförderung vor Stavanger: Erneuerbare Energien im Fokus

Foto: Nerijus Adomaitis/REUTERS

Es ist ein bedeutender Schritt in der Geschichte Norwegens: Der Pensionsfonds des Landes, der als größter Staatsfonds der Welt gilt, will sich schrittweise von Beteiligungen an Firmen der Ölindustrie trennen. Von der Entscheidung seien insgesamt 95 Unternehmen betroffen, teilte das norwegische Finanzministerium mit. Schätzungen zufolge handele es sich um Anlagen im Wert von etwa 54 Milliarden norwegischen Kronen (5,4 Milliarden Euro), hieß es in der Mitteilung.

Norwegens Staatsfonds verwaltet die traditionell hohen Erdöl- und Erdgaseinnahmen des Landes mit dem Ziel, den Wohlstand für künftige Generationen zu sichern. Deshalb legt der Staten pensjonsfond Utland (der Staatliche Pensionsfonds Ausland) das Geld weltweit an. Aktuell hat der Fonds einen Marktwert von 9692 Milliarden Norwegischen Kronen - das entspricht etwa 971 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel des Kapitals sind in Aktien und Eigentümeranteilen von mehr als 9000 Unternehmen in mehr als 70 Ländern angelegt.

Das Parlament in Oslo hatte bereits im Juni beschlossen, dass der Staatsfonds seine Beteiligungen an Kohle-, Öl- und Gasgeschäften zurückfahren und stattdessen in erneuerbare Energien investieren müsse. Die neue Strategie könnte auch zwei deutsche Kohleverstromer treffen: RWE, den größten CO2-Emittenten der EU, und die ehemalige Eon-Tochter Uniper.

jki/dpa
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