Bis zu 600 Euro mehr im Jahr Koalition verdoppelt Steuerentlastung für Alleinerziehende

Die Bundesregierung will Alleinerziehende stärker unterstützen. Der sogenannte steuerliche Entlastungsbetrag soll dauerhaft verdoppelt werden.
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Foto: Sebastian Gollnow / DPA

Die Koalition will Alleinerziehende auf Dauer bei der Steuer besserstellen. Dazu werde die Verdoppelung des sogenannten Entlastungsbetrages auf 4008 Euro auf Dauer und damit über das Jahr 2021 hinaus festgeschrieben, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Darauf hätten sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verständigt. Knapp eine Million Mütter oder Väter ohne Partner profitierten davon.

Wer sein Kind ohne Partner großzieht, kann normalerweise bei der Steuerklärung einen sogenannten Entlastungsbetrag geltend machen, muss also 1908 Euro seines Jahreseinkommens weniger versteuern. Dieser Entlastungsbetrag wird nun auf 4000 Euro angehoben. Spätestens mit dem Steuerbescheid für 2020 sollte für diese Eltern mehr Geld übrig bleiben. Ein alleinerziehender Elternteil mit zwei Kindern und einem jährlichen Bruttoeinkommen von 40.000 Euro könnte dadurch mehr als 600 Euro im Jahr mehr zur Verfügung haben.

Mit dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz hatten Bundestag und Bundesrat in diesem Jahr den Entlastungsbetrag verdoppelt, dies aber auf die Jahre 2020 und 2021 beschränkt. Damit sollte eine besondere Belastung Alleinerziehender durch die Corona-Pandemie berücksichtigt werden. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro. Der Freibetrag soll einer verteuerten Haushaltsführung von Alleinerziehenden im Steuerrecht Rechnung tragen. 

Scholz und Dobrindt sprachen von einem »starken Signal« der Unterstützung und Wertschätzung für alleinerziehende Mütter und Väter, die in diesen Zeiten ganz besondere Lasten zu tragen haben. »Die dauerhafte doppelte Entlastung von Alleinerziehenden bei der Steuer ist ein starkes Signal für alle, die mit Kindern alleine eine doppelte Verantwortung tragen«, sagte Dobrindt. Die Vereinbarung sei Teil des umfassenderen Pakets der Koalition, Frauen zu unterstützen, zu dem auch das Gesetz über eine Frauenquote in Unternehmensvorständen gehöre.

hej/dpa
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