Vize-Chef der US-Umweltbehörde Kohlelobbyist soll Kohleindustrie beaufsichtigen

Bislang kämpfte Andrew Wheeler für die Interessen der US-Kohlebranche, nun soll er sie als Vize der Umweltbehörde EPA überwachen. Umweltschützer finden die Entscheidung von US-Präsident Trump "absolut grauenerregend".
Kühltürme eines Kohlekraftwerks in West-Virginia

Kühltürme eines Kohlekraftwerks in West-Virginia

Foto: Bloomberg via Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat erneut einen Mann mit großer Nähe zur Kohleindustrie an die Spitze der US-Umweltbehörde EPA berufen: Andrew Wheeler, ein bisheriger Kohlelobbyist und früherer Kongressmitarbeiter, soll hinter Scott Pruitt die Nummer zwei der EPA werden.

Schon Pruitts Nominierung war extrem umstritten gewesen, da er als Generalstaatsanwalt von Oklahoma vehement gegen EPA-Auflagen für Öl- und Gaskonzerne gekämpft hatte. Pruitt bezweifelt ebenso wie Trump, dass CO2 die Hauptursache für den Klimawandel ist. Im Juni gab Trump den Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen von Paris bekannt.

Die Nominierung von Wheeler bewertete die Umweltschutzorganisation Sierra Club als "absolut grauenerregend". Der künftige EPA-Vize sei ein "Lobbyist ersten Ranges, der die großen Kohlekonzerne fast ein Jahrzehnt lang vertreten hat, auch in zahlreichen Prozessen gegen die EPA. Er ist Freund er Verschmutzer, nicht der amerikanischen Familien, die auf saubere Luft und sauberes Wasser angewiesen sind."

Der Industrieverband American Coalition for Clean Coal Electricity bezeichnete Wheeler hingegen als äußerst geeignet für die neue Aufgabe: "Sein Verständnis einer weiten Zahl von Umweltgesetzen und des Gesetzgebungsprozesses werden ihm - zusammen mit seiner Rücksichtnahme, seinem Urteilsvermögen und seinem Naturell - ermöglichen, ein hervorragender Vizechef zu sein."

dab/Reuters
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