Starkregen und Hitze Städten droht Belastung durch Klimawandel

Der Klimawandel wird teuer für Deutschlands Städte und Gemeinden. Sie müssen immer öfter Schäden beseitigen, die durch heftigen Regen, Hitzewellen oder Stürme entstehen. Der Städtetag veröffentlicht jetzt eine Liste mit Empfehlungen, welche Maßnahmen Kommunen ergreifen sollten.
Einsatz nach starken Regenfällen in Recklinghausen: Herausforderung für Kommunen

Einsatz nach starken Regenfällen in Recklinghausen: Herausforderung für Kommunen

Foto: Guido Schulmann/ picture alliance / dpa

Berlin - Viele Städte und Gemeinden klagen über leere Kassen, doch auf sie könnten in den kommenden Jahren weitere Kosten zukommen. Der Klimawandel stelle die Kommunen vor große Herausforderungen, teilte der Deutsche Städtetag am Dienstag mit. Sie müssten sich gegen extreme Hitze oder Kälte, starke Regenfälle und Stürme wappnen. Dazu veröffentlichte der Verband ein 15-seitiges Positionspapier  mit Empfehlungen.

Er empfiehlt eine Klima-Koordinierungsstelle. Denn nötig seien Maßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen. So sieht der Städtetag bereits die Stadtplaner in der Pflicht. Diese müssten angesichts einer immer dichteren Wohnbebauung in Großstädten gleichzeitig sogenannte Kaltluftschneisen, Freiflächen und neue Grünachsen einplanen. Nur sie ermöglichten einen ausreichenden Luftaustausch und verhinderten damit überhitzte städtische Bereiche, sogenannte Wärmeinseln. Zudem müsse bei der Planung von Straßen und Gebäuden mehr auf die Gefahr von Überschwemmungen geachtet werden.

Auch beim Katastrophenschutz sieht der Städtetag noch Nachholbedarf. Er fordert ein Warnsystem, um etwa die Bevölkerung schnell per Radio oder auch SMS zu informieren. Zudem müsse um Nachwuchs für ehrenamtliche Tätigkeiten geworben werden, etwa bei der Feuerwehr.

Trinkpaten sollen alte Menschen versorgen

Auch die Gesundheitsversorgung sollen die Kommunen nach Ansicht des Verbandes besser auf den Klimawandel ausrichten. Hitzetage und Tropennächte belasteten vor allem alte Menschen, chronisch Kranke und Kinder. "Um ältere Menschen bei lang anhaltenden Hitzewellen wirklich zu erreichen, helfen beispielsweise Netzwerke ambulanter Versorgung", sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus. In dem Positionspapier verweist der Verband darauf, dass einige Kommunen bereits infolge der Hitzewelle 2003 neue Modelle testen. So werde mancherorts mit sogenannten Trinkpaten gewährleistet, dass alleinlebende ältere Menschen genügend mit Flüssigkeit versorgt werden.

Neben höheren Kosten für die Versorgung der Bevölkerung müssten die Städte und Gemeinden durch extremes Wetter auch mit deutlich mehr Schäden rechnen, etwa an städtischen Gebäuden, an Straßen oder in Parkanlagen, sagte Articus. "Das zwingt die Städte schon jetzt zum Handeln - trotz knapper Kassen." Die zusätzlichen Investitionen könnten die Kommunen aber allein nicht aufbringen. "Für einen wirksamen Klimaschutz und für eine aktive Schadensbegrenzung müssen Bund und Länder die Städte noch stärker finanziell unterstützen", forderte Articus.

mmq/dapd