Konjunktur DIHK fürchtet Brexit-Chaos - aber keine Rezession

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag korrigiert die Konjunkturprognose nach unten. Für 2018 soll die Wirtschaft demnach nur noch um 1,8 statt 2,2 Prozent wachsen. Das hat brisante Gründe.

Machinenbau
DPA

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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat auf Grundlage einer neuen Unternehmensbefragung seine Wachstumsprognosen für Deutschland korrigiert. Für 2018 rechnet er nach Angaben vom Donnerstag nun nur noch mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung (BIP) von 1,8 Prozent. Bisher lag die Vorhersage bei 2,2 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte demnach der BIP-Zuwachs mit 1,7 Prozent noch etwas niedriger ausfallen. Für das Exportgeschäft senkte der DIHK seine Schätzung auf 2,8 von bislang fünf Prozent im laufenden Jahr. 2019 sei ein Anstieg von 2,5 Prozent absehbar.

"Die Unternehmen blicken merklich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte - die stärkste Eintrübung der Geschäftserwartungen seit vier Jahren", lautete das Ergebnis einer DIHK-Umfrage bei den etwa 27.000 deutschen Firmen. Die größte Wachstumsbremse bleibe derzeit der Fachkräftemangel.

Eines der Hauptrisiken für das Wachstum sieht DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben allerdings im Brexit. Nach wie vor sei keine Einigung zwischen der EU und Großbritannien in Sicht. Wenn es keine Klärung der Details des britischen EU-Austritts gebe und sich der Handelsstreit zuspitzte, stünde für die deutschen Unternehmen noch mehr auf dem Spiel, als bislang in den Konjunkturprognosen enthalten sei. Er sehe nicht, dass in den nächsten Monaten alle Brexit-Fragen gelöst werden könnten. Daher brauche es eine Verlängerung der Fristen.

mik/Reuters



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