SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor Bürger stellen sich auf schlechte Zeiten ein

Die schwache Konjunktur macht den Bürgern Sorgen - nur wenige rechnen noch mit baldiger Besserung. Besonders schwarz sehen Anhänger einer Partei.
Dunkle Wolken über Deutschland?

Dunkle Wolken über Deutschland?

Foto: Spencer Platt/ AFP

"Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland?" So lautet die erste und wichtigste Frage im SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor. Die Antwort darauf fällt bei immer mehr Befragten negativ aus: Der Anteil der Bürger, deren Lageeinschätzung "gut" lautet, ist auf 52 Prozent gesunken.

Anfang Juli waren es noch 59,4 Prozent gewesen, vor einem Jahr sogar 76,3 Prozent. Entsprechend gestiegen ist auch der Anteil derer, die die Lage als "schlecht" empfinden, von 21,6 Prozent im Juli auf 26,4 Prozent.

Hinweis zur Darstellungsform: Die Antworten "sehr gut" und "eher gut" werden zusammengezählt, ebenso die Antworten "sehr schlecht" und "eher schlecht".


Ebenfalls deutlich pessimistischer fällt auch der Blick in die Zukunft aus. Lediglich 4,4 Prozent gehen überhaupt noch davon aus, dass sich die Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. 60,3 Prozent richten sich auf eine Verschlechterung ein (Juli: 50,8 Prozent). Die Optimisten, vor einem Jahr noch mit 52 Prozent klar in der Mehrheit, machen nur noch ein Drittel aus.

Die AfD ist die Partei der Pessimisten

Interessant ist der Blick auf die Parteipräferenzen: Während Anhänger von Union, SPD, Grünen und sogar den Linken Wirtschaftslage und Aussichten relativ ähnlich bewerten, zeigt sich bei einer Partei ein drastisch anderes Muster: Die AfD ist die einzige Partei, deren Anhänger die wirtschaftliche Lage heute bereits mehrheitlich als "schlecht" einschätzen.

Auch fällt ihr Ausblick viel negativer aus als bei allen anderen Parteien: 84,7 Prozent der AfD-Sympathisanten sind sich sicher, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird.

Eine Mittelposition nehmen potenzielle FDP-Wähler ein: Ihre Beurteilung ist negativer als bei CDU/CSU und SPD, fällt aber nicht ganz so schlecht aus wie bei der AfD. Allerdings lässt sich anhand der Umfragedaten nicht eindeutig sagen, inwieweit die Urteile auf Veränderungen im Umfeld der Befragten basieren und wie groß der Einfluss von Nachrichten und Sozialen Medien darauf ist.


Was ist der SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor?


SPIEGEL ONLINE und das Meinungsforschungsinstitut Civey wollen die Einstellungen der Menschen in Deutschland zur wirtschaftlichen und sozialen Lage sowie dem dringendsten Handlungsbedarf genauer auswerten - und haben deshalb gemeinsam den SPON-Wirtschaftsmonitor entwickelt: Wie beurteilen die Bürger die aktuelle wirtschaftliche Lage - und welche Entwicklung erwarten sie in den kommenden Monaten? Geht es den Bürgern persönlich besser oder schlechter als noch vor fünf Jahren? Welche Themen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik stufen die Bürger als besonders dringend ein? Diesen und weiteren Fragen geht SPIEGEL ONLINE von nun an in bevölkerungsrepräsentativen Echtzeitumfragen nach. Dafür werden nicht allein die Leserinnen und Leser von SPIEGEL ONLINE befragt, sondern deutschlandweit Nutzer von Zehntausenden Websites. Alle Informationen zur Erhebung, Berechnung und Methodik legen wir transparent dar.

beb
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.