Erneut gesenkte Prognose Regierung rechnet mit noch weniger Wachstum

Erst vor Kurzem hat die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2019 nahezu halbiert. Mitterweile ist man im Finanzministerium laut einem Medienbericht noch etwas vorsichtiger.

Werftarbeiter in Hamburg
Christian Charisius/DPA

Werftarbeiter in Hamburg


Die Bundesregierung könnte ihre erst Ende Januar gesenkte Wachstumsprognose für 2019 weiter nach unten revidieren. Intern rechne sie für das laufende Jahr nur noch mit 0,8 Prozent Wachstum, berichtet das "Handelsblatt" unter Verweis auf einen vertraulichen Vermerk des Bundesfinanzministeriums. Auch die kürzlich gesenkte Prognose der Industrieländerorganisation OECD auf 0,7 Prozent Wachstum für Deutschland erscheine "auf dem derzeitigen Datenstand nicht unplausibel".

Als ein Grund für die Konjunkturabkühlung wird dem Bericht zufolge in dem Regierungspapier "die sich abschwächende Weltwirtschaft" genannt. Zudem sei von "signifikanten Negativrisiken" die Rede.

Dazu zählten unter anderem eine Eskalation von Handelskonflikten, eine schwächere Entwicklung in den USA, in China und in Schwellenländern sowie politische Risiken in Europa. Verwiesen werde neben dem Brexit vor allem auf die Lage in Italien.

Auch der Industrieverband BDI hat seine Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie rechnet für 2019 noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 1,2 Prozent - bisher waren es 1,5 Prozent.

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang nannte als Hauptgründe "Verwerfungen im Außenhandel" mit dem Vereinigten Königreich oder den Vereinigten Staaten. Dies könne die deutsche Wirtschaft "gefährlich nahe" an die Nulllinie bringen.

Die Bundesregierung hatte Ende Januar die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im laufenden Jahr nahezu halbiert - von bislang 1,8 auf 1,0 Prozent. Das wäre das kleinste Plus seit 2013.

dab/Reuters

insgesamt 18 Beiträge
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dieter.zuckermann 11.03.2019
1.
Immerhin hat Deutschland dieses Mal die Schulden etwas abgebaut. Deutschland kann sich wieder stärker verschulden. Paar Krisen übersteht Deutschland noch. Für einige wird es schon bald sehr eng.
Crom 11.03.2019
2.
Wir haben immer noch Wachstum, nur nicht mehr ganz so stark. Das sind eben die Vorwehen des Brexit und die unsichere Lage wegen Trumps Handelspolitik. Da sollte man deswegen nicht gleich in Panik verfallen.
archi47 11.03.2019
3. wohin wollen wir den wachsen?
Und mit was? Nur mit Verrechnungsgeschäften, so wie durch unnütze Transporte und unnütz eingezogene Handels- und Spekulationsebenen "Mehrwert" aus "Kapital" geschaffen wird? Mir sind diese kaufmännisch orientierten, eher betriebswirtschaftlichen Indizies einer Bilanzseite suspekt. Mit der Wertrechnung einer Volkswirtschaft hat das wenig zu tun. Im Übrigen gibt es auf der anderen Seite der Bilanz auch Menschen, Natur, Ressourcen und ein Anspruch auf Zukunft ...
karlsiegfried 11.03.2019
4. Völlig falsch
Zitat von CromWir haben immer noch Wachstum, nur nicht mehr ganz so stark. Das sind eben die Vorwehen des Brexit und die unsichere Lage wegen Trumps Handelspolitik. Da sollte man deswegen nicht gleich in Panik verfallen.
Die tatsächlichen Fakten werden verheimlicht oder schön geschrieben. Wer glaubt es ginge so toll weiter, irrt sich gewaltig.
ambulans 11.03.2019
5. tja,
wenn die regierungschefin der mächtigsten volkswirtschaft europas (sind ja nur schlappe 30% der gemeinsamen wirtschaftsleistung) sich einmal aufraffen, ihre heimat-gelüste (mei, wie schön ists doch in meckpom ...) etwas zurückstellen und sich dafür wesentlicheren themen zuwenden würde, als da sind: wo stehen wir, was können wir, wie sind wir auf zukunft (der musste jetzt sein!) vorbereitet, müssen wir uns eigentlich grundsätzlich für alle arten fremder interessen (USA, NATO, usw.) widerstandslos instrumentalisieren lassen, wie wärs stattdessen mal mit selbstbewussterer europäischer politik (mei - mia san halt mia), und ähnlichem? pudel gibts nun wirklich überall; ich mag persönlich eher die etwas größeren, selbstbewussteren, mit charakter eben ...
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