Symptom der Wirtschaftsflaute Zahl der Kurzarbeiter steigt deutlich
Der Wirtschaftsabschwung wirkt sich einer Studie zufolge bereits auf die Arbeitszeit aus: Im dritten Quartal von Juli bis September gab es mehr Kurzarbeit und weniger Überstunden sowie eine schwächere Entwicklung vor allem bei exportabhängigen Vollzeitjobs, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte. Die Zahl der Arbeitsstunden stieg insgesamt zwar dennoch, Grund war demnach aber vor allem ein sogenannter Kalendereffekt. Im dritten Quartal 2019 gab es einen Arbeitstag mehr als im Vorjahresquartal.
Die Zahl der Kurzarbeiter stieg laut vorläufigen Hochrechnungen im dritten Quartal um 28.000 auf 64.000, wie das IAB mitteilte. Mit Kurzarbeit können Betriebe auf konjunkturbedingte Produktionsrückgänge reagieren, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Trotz des jüngsten Anstiegs ist die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit allerdings noch weit von dem Niveau entfernt, das in akuten Wirtschaftskrisen erreicht wurde. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 lag die Zahl der Kurzarbeiter bei zwischenzeitlich 1,5 Millionen.
Vier Millionen haben mehr als einen Job
Auch ein anderer Indikator deutet auf eine schwächere Auslastung vieler Betriebe hin: Die Zahl der Überstunden sinkt deutlich. So machten Beschäftigte im Schnitt 6,2 bezahlte und 5,4 unbezahlte Überstunden. Das waren 0,7 bezahlte und 0,4 unbezahlte Stunden weniger als im dritten Quartal 2018.
Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten überschritt zudem im dritten Quartal erstmals die Vier-Millionen-Grenze, sie lag bei knapp 4,1 Millionen. Der Trend zu Mehrfachbeschäftigungen halte bereits seit 16 Jahren an, erläuterte das IAB. Mehrfachbeschäftigungen können demnach sozialversicherungspflichtig oder auch geringfügig sein.