Konjunkturbarometer US-Wirtschaft bekommt frühestens Mitte 2011 Auftrieb

Amerikas Wirtschaft kommt nicht aus dem Keller - und eine Trendwende ist nicht in Sicht: Die Indikatoren sprechen nicht für eine Beschleunigung des lahmen Aufschwungs bis mindestens Mitte des kommenden Jahres. Immerhin deuten sie auch nicht auf einen neuerlichen Abschwung hin.


Washington - Die Amerikaner benötigen derzeit eine Menge Geduld. Erst im nächsten Jahr könnte die langsame Erholung der US-Wirtschaft endlich an Fahrt gewinnen. Vorerst dümpelt die größte Volkswirtschaft aber weiter vor sich hin: Zwar legte das Konjunkturbarometer im September um 0,3 Prozent und damit den dritten Monat in Folge zu. Der Index aus zehn wichtigen Wirtschaftsindikatoren "deutet aber auf wenig Veränderungen der wirtschaftlichen Bedingungen zum Ende des Jahres oder in den ersten Monaten 2011 hin", sagte Ken Goldstein, Ökonom des privaten New Yorker Instituts Conference Board, das jeden Monat das Konjunkturbarometer erstellt.

Immerhin gebe es keine Hinweise darauf, "dass es bis zum Ende des Jahres zu einem neuerlichen Abschwung kommt", meint Conference-Board-Ökonom Ataman Ozyildirim. Im Großen und Ganzen bleibe der Index in einem Aufwärtstrend, er steige aber mit dem geringsten Tempo seit Mitte vergangenen Jahres.

Der Internationale Währungsfonds stutzte seine Wachstumserwartung für die USA kürzlich auf 2,6 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr. Die Märkte gehen inzwischen davon aus, dass die US-Zentralbank bei ihrer nächsten Sitzung am 3. November wieder mit dem Ankauf von langlaufenden Staatsanleihen beginnt. Damit will sie die entsprechenden Zinsen drücken, um den Amerikanern Hypotheken oder den Kauf von langlebigen Gütern wie Autos schmackhafter zu machen. Experten erwarten allerdings nur einen begrenzten Konjunktureffekt.

fdi/dpa



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