Konjunkturboom Arbeitslosenzahl kann im Mai unter drei Millionen sinken

Der Aufschwung schafft viele neue Jobs: Die Bundesagentur schätzt, dass die Zahl der Arbeitslosen schon im Mai unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Dennoch dürfte die Behörde im laufenden Jahr fünf Milliarden Euro Miese machen.

Bundesagentur für Arbeit: Aufschwung schafft Jobs
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Bundesagentur für Arbeit: Aufschwung schafft Jobs


Berlin - Frank-Jürgen Weise blickt hoffnungsfroh in die Zukunft: Der Chef der Bundesagentur für Arbeit rechnet schon im Mai mit weniger als drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, kann die Drei-Millionen-Grenze bereits im Mai unterschritten werden", sagte Weise der "Passauer Neuen Presse". Spätestens aber im zweiten Halbjahr werde das der Fall sein.

"Wir erwarten im Durchschnitt des Jahres 2011 knapp drei Millionen Arbeitslose", sagte Weise. Deutschland sei schneller und besser aus der Krise gekommen als erwartet. Die Bundesregierung hatte ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr am Donnerstag von 2,3 auf 2,6 Prozent angehoben. Die führenden Forschungsinstitute trauen der Republik 2011 gar ein Plus von 2,8 Prozent zu.

Eine positive Entwicklung gibt es zum Beispiel im Verarbeitenden Gewerbe: Dort ist die Zahl der Beschäftigten im Februar erstmals seit Oktober 2009 über die Marke von fünf Millionen gestiegen. Die Zahl sei in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies entspricht einen Zuwachs von 94.600 Stellen.

Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe steigt über fünf Millionen

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sieht durch den Aufschwung Sparpotenzial bei der BA. Weise weist das zurück. Er rechnet im laufenden Jahr mit einem Defizit von fünf Milliarden Euro. "Bis zum Jahr 2015 ergibt sich ein Minus von neun Milliarden Euro auf Basis der bisher geltenden Wachstumsannahmen", sagte Weise der Zeitung.

Die Lücke sei so groß, weil die Bundesagentur ab 2012 auf mehr als eine Milliarde Euro verzichten solle. Dieser Betrag erhöhe sich schrittweise bis auf vier Milliarden Euro 2015. "Das ist die Summe aus dem halben Mehrwertsteuerpunkt, der im Zuge der weiteren Hartz-IV-Reform an die Kommunen umgeleitet wird."

Mit der neuen Konjunkturschätzung werde die Finanzlücke zwar kleiner. "Aber sie wird bleiben." Um die Lücke zu schließen seien strukturelle Einsparungen von 2,5 bis drei Milliarden Euro pro Jahr geplant. Ein Drittel davon wolle die BA übernehmen, indem sie laut Weise bei Personal- und Verwaltungskosten spart. "Zu den übrigen zwei Dritteln fehlen noch konkrete Vorschläge der Politik", sagte Weise.

ssu/dpa-AFX



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outdoor 15.04.2011
1. ????
Zitat von sysopDer Aufschwung schafft viele neue Jobs: Die Bundesagentur schätzt, dass die Zahl der Arbeitslosen schon im Mai unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Dennoch dürfte die Behörde im laufenden Jahr fünf Milliarden Euro Miese machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757245,00.html
Wenn die Arbeitslosenzahlen so niedrig sind, warum werden dann noch miese gemacht und die Kosten sinken nicht? Wenn man die Statistik schleift also Leute aus der Stat. rausrechnet die effektiv jedoch Leistungen beziehen , dann kommt man auf solche kruden Ansichten.
hartenstein123 15.04.2011
2. Aufschwung?
Zitat von sysopDer Aufschwung schafft viele neue Jobs: Die Bundesagentur schätzt, dass die Zahl der Arbeitslosen schon im Mai unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Dennoch dürfte die Behörde im laufenden Jahr fünf Milliarden Euro Miese machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757245,00.html
Wo ist der Aufschwung? Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Blatt Papier gesunken, weil man 1-Euro Jobs etc. nicht mitzählt. Eine weitere Lüge dieser Regierung, um Punkte bei der Bevölkerung für die Wahlen zu haschen.
kundennummer 15.04.2011
3. Aus der Lameng
Zitat von sysopDer Aufschwung schafft viele neue Jobs: Die Bundesagentur schätzt, dass die Zahl der Arbeitslosen schon im Mai unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Dennoch dürfte die Behörde im laufenden Jahr fünf Milliarden Euro Miese machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757245,00.html
Lächerlich schlecht gemachte Jubelpropaganda. Einfach nur noch schlecht. Der 5-Jahres-Plan wurde wie immer mehr als übererfüllt, HURRA HURRA HURRA!
n.holgerson 15.04.2011
4. Man kann daraufWetten
Egal wie positiv eine Nachricht ist... egal ob sich jetzt seit Monaten die Zahlen wiederholen und somit bewiesen werden.... Man muss hier nur abwarten... Jeden Tag das gleiche.... Alles wird in Zweifel gezogen und allen wird unterstellt, sie würden die Unwahrheit verbreiten.... Man muss sich nur mal vorstellen, was für arme Gesellen diese Miesmacher sind. Wahrscheinlich führen sie ein ganz trauriges Leben und suchen überall nur das Schlechte... Und wenn es mal eine positive Nachricht gibt, dann passt das natürlich nicht in ihr Weltbild und sie müssen alles unternehmen um diese Nachricht mies zu machen.... Nur mal zur Klarstellung, niemand hat was gegen qualifizierte Kritik.... Aber das ist ja nicht das gleiche, wie ständige unbewiesene Behauptungen.... Aber macht bitte nur weiter so. Ich habe jeden Tag meinen Spaß mit den Miesmachern hier. Es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis die Arbeitslosenzahlen wieder sinken und die gleichen Typen hier wieder die gleiche miese Stimmung verbreiten wollen....
Michael Giertz, 15.04.2011
5. Systemrelevanter Lug und Betrug
Zitat von sysopDer Aufschwung schafft viele neue Jobs: Die Bundesagentur schätzt, dass die Zahl der Arbeitslosen schon im Mai unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Dennoch dürfte die Behörde im laufenden Jahr fünf Milliarden Euro Miese machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757245,00.html
Weiß die Bundesagentur denn nicht, dass der Mai "Stichtag" ist? Genau, dann sind nämlich "die Grenzen offen nach Polen" - jedenfalls für Arbeitnehmer. Sicherlich werden Personalvermittler jetzt rotieren und billigere Arbeiter aus Polen und Tschechien rekrutieren. Das kann und wird nicht ohne Folgen bleiben für den Arbeitsmarkt. Entweder weil die Löhne noch weiter sinken, oder d. Zeitarbeiter in zumindest grenznahen Regionen immer schwerer zu vermitteln sind. Abgesehen davon haben die Foristen hartenstein123 und outdoor recht: wenn die Zahlen sinken, warum steigen dann die Sozialversicherungseinnahmen nicht? Wieviele der "ehemaligen Arbeitslosen" werden in fruchtlosen Maßnahmen oder Minijobs (unter Androhung von Sanktionen bei Nichterfüllung) "geparkt"? Wieviele Arbeitslose werden gleich ins "Endlager Hartz IV" gesteckt, weil sie zu alt für den Arbeitsmarkt geworden sind? Wieso wird das Elend der Menschen trotz sinkender Arbeitslosigkeit größer? Vielleicht weil zwar die "Arbeitslosenzahl" sinkt, aber die Zahl der "voll Erwerbstätigen" nicht steigt, sondern ebenfalls schrumpft? Hier wird doch gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Aber man kann's ja machen, keiner wählt die Knallchargen von CDU und SPD wirklich ab. Du bist Deutschland.
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