Konjunkturprognose Börsenprofis so pessimistisch wie während der Finanzkrise

Schuldenkrise in der Euro-Zone und eine schwächelnde US-Ökonomie: Finanzexperten sagen der deutschen Wirtschaft eine rasante Talfahrt voraus - das ZEW-Konjunkturbarometer ist im Juni noch weit stärker gefallen als befürchtet.

Hafen in Bremerhaven: Drastischer Einsturz der Konjunturerwartungen
dapd

Hafen in Bremerhaven: Drastischer Einsturz der Konjunturerwartungen


Mannheim - So rund die deutsche Wirtschaft zurzeit auch läuft - für das nächste Halbjahr droht ihr nach Ansicht von Börsenprofis ein spürbarer Abstieg. Das ZEW-Stimmungsbarometer für die nächsten sechs Monate ist im Juni von plus 3,1 Punkten auf minus 9,0 Zähler abgestürzt. Damit sehen die vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten die Lage weitaus düsterer als erwartet: Im Vorfeld war mit einem Abrutschen des Indikators auf lediglich minus 2,0 Punkte gerechnet worden.

So pessimistisch haben die Börsenprofis die Aussichten seit Januar 2009 nicht mehr eingeschätzt - also zu einer Zeit, als die Finanzkrise die Wirtschaft auch in Deutschland schrumpfen ließ. Es ist der vierte Rückgang des ZEW-Stimmungsbarometers in Folge. Im historischen Mittelwert liegen die Konjunkturerwartungen des ZEW bei weit mehr als plus 20 Punkten. Allerdings bewerteten die 290 befragten Investoren und Analysten die aktuelle Lage deutlich besser. Jedoch gab es auch hier einen Rückgang auf 87,6 Zähler nach dem Rekordhoch von 91,5 Punkten im Mai.

Der ZEW-Index ist ein monatlicher Stimmungstest zur deutschen Wirtschaft. Das Institut befragt regelmäßig 300 Analysten und institutionelle Anleger, wie sie die aktuelle Lage und die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten bewerten.

Als Gründe für den Einbruch der Konjunkturprognose nannte das ZEW vor allem die Euro-Krise und die schwächelnde US-Wirtschaft. "Die Schwierigkeiten im Euro-Raum und die befürchtete Konjunkturabschwächung in den USA schlagen den Finanzmarktexperten offenbar aufs Gemüt", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Außerdem mehren sich nach Auffassung der Finanzmarktexperten offenbar die Anzeichen, dass sich der Höhenflug der deutschen Wirtschaft in den nächsten Monaten abschwächen könnte."

Die Gefahr für die deutsche Wirtschaft sieht der Wirtschaftsweise Franz weniger in einer direkten Auswirkung der griechischen Schuldenkrise, als in den dadurch möglicherweise hervorgerufenen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Franz traut der heimischen Wirtschaft 2011 ein Wachstum von drei Prozent oder mehr zu. Im zweiten Halbjahr werde sich die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung leicht abschwächen. Für 2012 sei daher nur noch mit einem Anziehen der Konjunktur um weitere zwei Prozent zu rechnen, sagte der ZEW-Chef.

fdi/Reuters

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deppvomdienst 21.06.2011
1. Na ja
Zitat von sysopSchuldenkrise in der Euro-Zone und eine schwächelnde*US-Ökonomie: Finanzexperten sagen der deutschen Wirtschaft eine rasante Talfahrt voraus - das ZEW-Konjunkturbarometer ist im Juni noch weit stärker gefallen als befürchtet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,769579,00.html
Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und die nächste Krise trifft in .de ohnehin auf einen schrumpfenden Arbeitsmarkt, so dass die Arbeitslosigkeit wohl vorerst nicht wieder auf alte Rekordmarken steigen wird. Aber zu verteilen gibt es wohl nichts. Die Steuermehreinnahmen sind immer noch deutlich geringer als der Kapitalbedarf durch dubiose Rettungsschirme, so dass jeder Lohnzuwachs durch Steuer- und Abgabenerhöhungen weggefressen wird. Wenn nicht sofort, dann eben 3 Jahre später doppelt ... Jetzt rächt sich die prozykliche Wirtschaftspolitik vergangegener Jahrzehnte: sparen in der Krise, Geschenke im Aufschwung. Die Konjunkturzyklen werden immer hektischer, die Standortbestimmung schwierig, die Vorausschau unmöglich. Profitieren werden diejeinigen, die sich am Schnellsten anpassen können: kleiner Tipp: Arbeitnehmer, Beamte und Chefs prduzierender Unternehmen sind das nicht - wer also dann? Bleiben doch nur die Zocker, die nur "ihr Geld arbeiten lassen". Denen winken rosige Zeiten - vom schnellen Profit zum nächsten Rettungsschirm. Danke an alle Politiker, die glauben, für sich selbst die erkannten Regeln der Nationalökonomie per Gesetz aussetzen zu können.
nixkapital 21.06.2011
2. ..Gaukler, Narren & Glaskugeln
Zitat von sysopSchuldenkrise in der Euro-Zone und eine schwächelnde*US-Ökonomie: Finanzexperten sagen der deutschen Wirtschaft eine rasante Talfahrt voraus - das ZEW-Konjunkturbarometer ist im Juni noch weit stärker gefallen als befürchtet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,769579,00.html
....vom ZEW befragte Finanzexperten... wenn ich das schon höre. In einem anderen Satz ist von Börsen"profis" die Rede. Da sind also selbst ernannte Auguren am Werk, die auf fallende Kurse wetten, und den Absturz selbst in Gang setzen, damit sie die Wette auch gewinnen. Zockerei wie gehabt, aber keine ernstzunehmende Expertise...
Einervondrei 21.06.2011
3. o.T.
Zitat von sysopSchuldenkrise in der Euro-Zone und eine schwächelnde*US-Ökonomie: Finanzexperten sagen der deutschen Wirtschaft eine rasante Talfahrt voraus - das ZEW-Konjunkturbarometer ist im Juni noch weit stärker gefallen als befürchtet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,769579,00.html
Aha, rasant :( Doch nicht so rasant :)))) Sorry, aber ich bin diese Meldungen aus der Glaskugel leid. Im Endeffekt ist doch nur sicher, dass die Börsenprofis die einzigen sind, die so oder so profitieren. Ich gebe zu, da bin ich ein bißchen neidisch, aber diese tägliche, meist taktische Stimmungsmache ohne wirkliche Grundlage ist nicht mehr auszuhalten. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich davon abkoppeln, denn wer sich ernsthaft damit auseinander setzen will, läuft Gefahr irre zu werden. Und was diese Finanzmarktexperten können, das sieht man momentan ja in der Griechenlandkrise oder kennt es noch aus der Finanzkrise. Sicher ist nur, bei den vielen divergierenden Meinungen wird es am Ende wieder einen geben, der sich auf die Schulter klopfen kann, weil er Recht geraten hat.
Hank_Chinaski 21.06.2011
4. Titel zu verkaufen, die FDP und Sepp Blatter sind von diesem Angebot ausgenommen!
LOL Finanzexperten und Börsenprofis! das sind doch die Pfosten die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben und die jetzt weitermachen als ob nix gewesen wäre.
Steffen-C 21.06.2011
5. Achnee... die schon wieder...
Zitat von sysopSchuldenkrise in der Euro-Zone und eine schwächelnde*US-Ökonomie: Finanzexperten sagen der deutschen Wirtschaft eine rasante Talfahrt voraus - das ZEW-Konjunkturbarometer ist im Juni noch weit stärker gefallen als befürchtet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,769579,00.html
Der Computerhandel führt offensichtlich zu Langeweile bei den Handelnden - und Freizeit erzeugt Dummheit (Erfahrung aus Armee-Zeiten). SPON sollte sowas einfach ignorieren! Wenn's für's Dummschwätzen Geld gibt, kann der Unfug nicht laut genug in die Welt gebrüllt werden...
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