Konjunkturprognose DIW erwartet moderates Wachstum für Deutschland

Die deutsche Industrie investiert wieder, doch aus den Exportmärkten kommen schlechte Nachrichten. Die Wirtschaftsforscher des DIW rechnen für das aktuelle Quartal mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Ein Syrien-Schock erwartet DIW-Chef Fratzscher nicht.

Stahlwerk (in Peine): DIW erwartet moderates Wachstum für deutsche Wirtschaft
DPA

Stahlwerk (in Peine): DIW erwartet moderates Wachstum für deutsche Wirtschaft


Hamburg - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für Deutschland weiterhin ein ordentliches Wirtschaftswachstum. Im dritten Quartal, von Juli bis September, werde die Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Frühlingsquartal steigen, heißt es im DIW-Konjunkturbarometer. "Das ist zwar weniger dynamisch als im zweiten Quartal, gerade nach einem kräftigen, durch Nachholeffekte geprägten Anstieg ist das aber ein merkliches Plus", bemerkte dazu der DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. In den Monaten von April bis Juni wuchs die deutsche Wirtschaft um 0,7 Prozent.

Die Industrie folge seit Monaten einem deutlichen Aufwärtstrend. Die gute Stimmung in den Unternehmen habe sich zuletzt noch einmal verbessert. Die Investitionen in Ausrüstungen haben nach Einschätzung des DIW ihr Tief durchschritten, auch die niedrigen Zinsen unterstützten die Wirtschaft. Dagegen drückt die unsichere Lage in vielen Exportmärktenauf die Stimmung: In Ländern wie China, Indien und Brasilien trübten sich die Wachstumsaussichten zuletzt ein. Insgesamt dürfte der Aufschwung der deutschen Wirtschaft deshalb moderat ausfallen.

Auswirkungen des Syrien-Konflikts auf die deutsche Konjunktur erwartet DIW-Präsident Marcel Fratzscher dagegen nicht: "Dafür ist die syrische Wirtschaft einfach zu klein", sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Falls sich der Konflikt allerdings auf den gesamten Mittleren Osten ausbreite, seien negative Effekte möglich, wie etwa steigende Öl- und Gaspreise. Die zugespitzte Lage in Syrien sorgte gestern schon für einen Anstieg des Ölpreises um rund drei Prozent.

ade/dpa/Reuters



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subhuman 28.08.2013
1. optionalEin Syrien-Schock erwartet DIW-Chef Fratzscher nicht.
Meinen Sie jetzt, dass es "das Schock" heiße, oder wollen Sie uns Ihre Erleichterung darüber mitteilen, dass wenigstens Herr Fratzscher nicht von dem Schock erwartet wird? Wie wär's mal mit einem bisschen Sorgfalt? Schließlich wollen Sie doch ernst genommen werden, oder?
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