Konsumboom Deutsche geben Rekordsumme von 1,6 Billionen Euro aus

Kaufen, kaufen, kaufen! Die Deutschen haben im vergangenen Jahr so viel konsumiert wie noch nie. Insgesamt gaben sie laut Statistischem Bundesamt gut 1,57 Billionen Euro aus. Weil sie für Anlagen kaum Zinsen bekommen, gehen die Bürger lieber shoppen.
Shopper in Berlin (Archivbild): Deutschland im Kaufrausch

Shopper in Berlin (Archivbild): Deutschland im Kaufrausch

Foto: Wolfgang Kumm/ picture-alliance/ dpa

Wiesbaden - Die Bundesbürger haben im vergangenen Jahr einen neuen Konsumrekord aufgestellt. Die Summe aller privaten Ausgaben habe bei 1,57 Billionen Euro gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Nominal, das heißt unter Berücksichtigung von Preissteigerungen, sei dies der höchste Wert, der je gemessen wurde, sagte ein Sprecher des Bundesamts.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die privaten Konsumausgaben laut Bundesamt 2013 nominal um 2,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2000 sei der Konsum sogar um 31,6 Prozent gestiegen. Hauptgrund sind die niedrigen Zinsen auf Sparkonten und viele sichere Geldanlagen wie Lebensversicherungen.

Die Daten des Bundesamts decken sich weitgehend mit dem Trend hin zu mehr Konsum, der auch von Forschern der GfK-Gruppe festgestellt wurde. Zuletzt hatten die Konsumforscher für Deutschland die stärkste Kauflaune seit sieben Jahren gemeldet.

Fast ein Viertel der Konsumausgaben der privaten Haushalte floss laut Statistischem Bundesamt in Wohn- und Wohnnebenkosten. Weitere große Kostenblöcke seien Verkehr (13,4 Prozent) sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (12,0 Prozent) gewesen.

Starker Export im Januar

Auch Verbraucher in manchen anderen Staaten der Euro-Zone konsumieren mehr. International vergleichbare Angaben liegen allerdings bislang nur für das Jahr 2012 vor. Zum Vergleich: Während die Konsumausgaben in Österreich 2012 um 3,1 Prozent und in Luxemburg um 3,9 Prozent zum Vorjahr zulegten, gingen sie in Krisenstaaten wie Portugal oder Griechenland laut Bundesamt um 4,0 Prozent beziehungsweise 8,2 Prozent zurück.

Die insgesamt höhere Nachfrage in Europa beschert auch Deutschlands Exporteuren einen Traumstart ins neue Jahr. Sie setzten im Januar 2,2 Prozent mehr um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Ein stärkeren Anstieg habe es zuletzt im Mai 2012 gegeben.

Die Importe zogen - dank der anhaltenden Konsumfreude deutscher Verbraucher - allerdings noch stärker an: um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Dass die Importe noch stärker wuchsen als die Exporte, kommt der Bundesregierung entgegen. Denn insgesamt hatte Deutschland 2013 einen gewaltigen Exportüberschuss verbucht. Die EU-Kommission hatte diesen am vergangenen Mittwoch als wirtschaftliches Ungleichgewicht eingestuft und Maßnahmen gefordert, um die Binnennachfrage zu stärken.

ssu/dpa-AFX
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