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29. Dezember 2017, 07:30 Uhr

Krankenkassen

Zahl der gesetzlich Versicherten schnellt auf Rekordhoch

Die SPD fordert die Abschaffung der privaten Krankenkassen. Eine Statistik stärkt nun die Argumentation der Partei: Immer mehr Deutsche kehren demnach der PKV den Rücken zu.

Die gesetzlichen Krankenkassen bekommen immer mehr Zulauf. Laut einem Bericht der "Rheinischen Post" waren am 1. Dezember 2017 mit 72,7 Millionen Versicherten so viele Menschen wie noch nie in einer gesetzlichen Krankenversicherung.

Das sagte die Chefin des Krankenkassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, der Zeitung. "2016 kamen zum fünften Mal in Folge mehr Menschen von einer privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche Krankenkasse als umgekehrt", sagte Pfeiffer. Während 129.100 die gesetzliche Krankenversicherung in Richtung eines privaten Versicherungsunternehmens verlassen hätten, seien 130.200 den umgekehrten Weg gegangen.

Im Juli hatte Pfeiffer mitgeteilt, dass rund 71 Millionen Menschen versichert seien. Von ihnen seien 55,5 Millionen zahlende Mitglieder, die übrigen beitragsfrei mitversicherte Angehörige.

Die Rekordzahlen werden zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt bekannt. Die SPD hatte im Vorfeld der Sondierungsgespräche mit der Union über eine Große Koalition mehrfach die Verschmelzung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung gefordert.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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