KMW und Nexter Gabriel segnet Panzerfusion ab

Der deutsche Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann darf mit dem französischen Unternehmen Nexter fusionieren. Wirtschaftsminister Gabriel genehmigte den Zusammenschluss. Er gefährde nicht die "strenge" deutsche Rüstungsexportkontrolle.

"Leopard"-Panzer: Waffenbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) fusioniert mit Nexter.
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"Leopard"-Panzer: Waffenbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) fusioniert mit Nexter.


Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) darf mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter fusionieren. Das hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nun entschieden. "Das strenge deutsche System der Rüstungsexportkontrolle wird durch einen Zusammenschluss nicht berührt", teilte sein Ministerium am Freitag in Berlin mit.

Eine "vertiefte Prüfung" habe ergeben, dass die Fusion keine wesentlichen Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik gefährde, sagte ein Sprecher. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Focus". Auch das Bundeskartellamt hatte bereits zugestimmt. Frankreich hat die Privatisierung des bisher staatlichen Rüstungsbetriebs Nexter für die Fusion bereits per Gesetz ermöglicht.

KMW baut den weltweit gefragten Kampfpanzer "Leopard", sieht sich aber durch Kürzungen der Verteidigungsetats und Exportbeschränkungen unter Zugzwang. Nexters Panzer "Leclerc" dagegen ist außerhalb Frankreichs ein Ladenhüter. Auch Gabriel hatte kritisiert, dass 28 EU-Staaten jeweils eigene Waffensysteme haben und separat einkaufen. Berlin und Paris haben inzwischen Anforderungen an einen neuen Kampfpanzer abgestimmt, der ab 2030 den "Leopard 2" ablösen soll. Wo er gebaut wird, ist offen.

Durch den Zusammenschluss wollen KMW und Nexter Doppelarbeit bei Forschung und Entwicklung sparen, den Einkauf bündeln und die Vertriebskanäle gemeinsam nutzen. Zusammen beschäftigen sie gut 6000 Menschen und erwirtschaften über zwei Milliarden Euro Umsatz.

Wann die neue Holding mit Sitz in Amsterdam startet und wann der Aufsichtsrat vorgestellt wird, ist noch nicht bekannt. Als Aufsichtsratschef ist ein Europäer im Gespräch, der weder aus Deutschland noch aus Frankreich kommt.

sfm/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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oberallgaeuer 04.12.2015
1.
War das jetzt ein Scherz von Herrn Gabriel? Oder hat er Gras geraucht?
Badischer Revoluzzer 04.12.2015
2. Wie dumm ist der denn?
Es wird mit KMW genauso passieren, wie mit den anderen Firmen, die eine FR Beteiligung waren. Diese Firmen wurden assimiliert, frankophoniert und damit waren sie unter der Kontrolle und im Land Frankreich. Wir brauchen wirklich keine Feinde mehr. Wir haben unsere Politiker. Die richten uns schon zugrunde. Es ist einfach zum Mäuse melken.
heavenstown 04.12.2015
3. Wieder Kompetenz und Technologie an Fankreich verkauft...
..., Gabriel ist nur noch ein Lachfigur..., die Franzosen werden sich die Hände reiben. Der neue Euro Panzer wird sicher nicht in Deutschland gebaut sondern in Frankreich aber mit der Technologie des Leopard.
phthalo 04.12.2015
4. Da werden nicht nur Gelder in der Forschung gespart...
"Wann die neue Holding mit Sitz in Amsterdam startet ...." Sitz in Amsterdam, damit die Steuern weder in Deutschland noch Frankreich abgeführt werden.
chaos667 04.12.2015
5. Sitz der Holding
Der Witz an der Geschichte ist doch eigentlich das die neue Holding in Amsterdam sitzen soll... und der deutsche Staat fördert durch den genehmigten Zusammenschluss auch noch diese legale "Steuervermeidung".
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