Kreditausfallversicherungen Bundesbank gibt Entwarnung für Schuldenschnitt

Die größte Gefahr scheint gebannt. Nachdem vergangene Woche klar wurde, dass beim griechischen Schuldenschnitt Kreditausfallversicherungen fällig werden, gibt die Bundesbank nun Entwarnung: Zu großen Verwerfungen werde es dadurch nicht kommen.
Bundesbank-Vorstand Dombret: "Auch positive Aspekte"

Bundesbank-Vorstand Dombret: "Auch positive Aspekte"

Foto: Marius Becker/ picture alliance / dpa

Berlin - Es war eines der wichtigsten Argumente gegen den erzwungenen Schuldenschnitt in Griechenland: Wenn Kreditausfallversicherungen (CDS) fällig würden, so meinten die Gegner des Schritts, könnte es zu verheerenden Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen - ähnlich wie 2008, als die Pleite der US-Bank Lehman Brothers eine Kettenreaktion nach sich zog, an deren Ende der Versicherungsriese AIG stand.

AIG musste damals mit Milliarden von Staat und Notenbank gerettet werden. Doch so weit wird es im Fall Griechenland wohl nicht kommen - da ist sich zumindest die Bundesbank sicher. Deren Vorstand Andreas Dombret rechnet laut "Handelsblatt" nicht mit größeren Marktverwerfungen. "Die zum Wochenausklang freundlichen Marktreaktionen werte ich als ermutigendes Zeichen", sagte er.

Am Freitag hatte der Derivateverband ISDA entschieden, den griechischen Schuldenschnitt als Zahlungsausfall zu werten und deswegen alle Kreditversicherungen für griechische Anleihen fällig werden zu lassen. Bundesbanker Dombret sieht darin auch etwas Gutes: "Dass CDS-Kontrakte ausgelöst werden, hat aus Sicht der Finanzstabilität auch positive Aspekte." Die Banken-Aufsicht habe nämlich durchaus ein Interesse daran, dass Institute ihre riskanten Bestände absicherten.

Weil nicht genügend private Gläubiger Griechenlands freiwillig auf einen Teil ihres Geldes verzichten wollen, hatte die griechische Regierung entschieden, alle Anleihenbesitzer zwangsweise über nachträglich eingefügte Umschuldungsklauseln zur Teilnahme am Schuldenschnitt zu zwingen.

Bei den CDS-Kontrakten auf griechische Staatsanleihen geht es weltweit um ein Volumen von rund 70 Milliarden Dollar. Weil die meisten Banken aber sowohl Versicherungen ausgegeben als auch sich selbst abgesichert haben, bleibt netto nur eine Belastung von gut drei Milliarden Dollar oder 2,6 Milliarden Euro.

stk/Reuters
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