Kredite an Schwellenländer China schmiedet Bündnis gegen den Dollar

China treibt den Aufstieg seiner nationalen Währung voran. Jetzt plant die Führung in Peking laut "Financial Times" einen Deal mit anderen aufstrebenden Schwellenländern wie Brasilien und Indien. Sie sollen künftig Kredite in Renminbi erhalten - der so als Alternative zum US-Dollar gestärkt wird.
Chinesische Banknoten: Die Kritik am Dollar wächst

Chinesische Banknoten: Die Kritik am Dollar wächst

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

Hamburg - Wenige Wochen ist es erst her, dass China und Japan mit einem Abkommen für Aufsehen sorgten: Unternehmen in beiden Ländern sollen ihre Geschäfte künftig in Renminbi abwickeln dürfen, der chinesischen Währung. Nun plant die Führung in Peking offenbar einen ähnlichen Deal mit jenen Ländern, die zusammen mit China die sogenannte BRICS-Gruppe der wichtigsten Schwellenländer bilden.

Ende März wolle die China Development Bank (CDB) eine entsprechende Absichtserklärung mit Instituten aus Brasilien, Russland, Indien und Südafrika unterzeichnen, berichtet die "Financial Times" ("FT") unter Berufung auf Beteiligte. Demnach wird CDB künftig in BRICS-Staaten neben Dollar- auch Renminbi-Kredite anbieten. Umgekehrt sollen auch die anderen Schwellenländer verstärkt Darlehen in ihren Landeswährungen zugänglich machen.

Das Abkommen zeigt, dass China und seine Verbündeten den Renminbi zunehmend als Alternative zum US-Dollar positionieren. Bereits auf einem Treffen im vergangenen Jahr hatten die BRICS-Staaten die Dominanz des US-Dollar kritisiert und ein breiteres System von Reservewährungen gefordert. Damals vereinbarte das Staatenbündnis auch bereits im Grundsatz die Vergabe von Krediten in ihren jeweiligen Landeswährungen.

Die brasilianische Entwicklungsbank BNDES bestätigte das Vorhaben. Sein Ziel sei es die "wirtschaftlichen und finanziellen Transaktionen zwischen den am Abkommen beteiligten Ländern zu maximieren", zitierte die "FT" das Institut. CDB lehnte einen Kommentar ab. Außerdem sind dem Bericht zufolge die russische Vnesheconombank, die Export-Import Bank of India und die Development Bank of Southern Africa an dem Abkommen beteiligt.

Durch die wirtschaftlichen Krisen in den USA und Europa ist die Kritik an Dollar und Euro als Leitwährungen gewachsen. Der chinesische Präsident Hu Jintao bezeichnete das Dollar-dominierte Währungssystem bereits vor einem Jahr als "Produkt der Vergangenheit". Allerdings hat China mit dem Kauf von US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion Dollar selbst stark auf die amerikanische Währung gesetzt. Zugleich erlaubt die chinesische Regierung bislang nur zögerlich eine Flexibilisierung und damit Aufwertung des künstlich niedrig gehaltenen Renminbi.

dab
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