Kreditwürdigkeit Rating-Riese straft Irland ab

Das dürfte das Vertrauen der Märkte in Irland weiter schmälern: Die Rating-Agentur Fitch senkte die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes drastisch herab. Das gerade beschlossene Sparprogramm aus Dublin hilft nur bei der langfristigen Benotung.

Proteste in Dublin Ende November: Radikaler Sparkurs soll Irland retten
dpa

Proteste in Dublin Ende November: Radikaler Sparkurs soll Irland retten


London - In der Nacht auf Mittwoch hatte Irlands Regierung ihren radikalen Sparkurs abgesegnet - doch das Vertrauen der Märkte konnte auch diese Maßnahme nicht zurückbringen. Die Rating-Agentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit des finanzschwachen Euro-Staats nun deutlich herab. Die langfristige Bonität sinkt um drei Noten von "A+" auf "BBB+", wie Fitch am Donnerstag in London mitteilte.

Fitch begründet die Senkung mit zusätzlichen Kosten der Bankenrettung. Zudem habe sich der Wachstumsausblick mit der heimischen Finanzmarktkrise und hohen Staatsdefiziten eingetrübt.

Den Ausblick für das Rating gibt die Agentur jedoch mit "stabil" an. Diese Einschätzung bedeutet, dass in der nächsten Zeit keine weitere Herabstufung zu erwarten ist. Darüber hinaus verweist die Agentur auf hohe Kosten zur Refinanzierung irischer Staatsschulden. Hintergrund sind die hohen Zinsen, die Irland zurzeit am Markt für neue Schulden zahlen muss. Dies mindere den haushaltspolitischen Spielraum Irlands, heißt es zur Begründung.

Irland ächzt unter einem Haushaltsdefizit von 32 Prozent. Die Republik ist das erste Land, das unter den Euro-Rettungsschirm mit einem Volumen von 750 Milliarden flüchten musste. Für Griechenland war zuvor ein separates Rettungspaket vereinbart worden.

hut/dpa-AFX

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