Infrastruktur und Forschung IWF-Chefin Georgiewa ermahnt Deutschland zu höheren Ausgaben

Kristalina Georgiewa übernimmt die Führung des Weltwährungsfonds in unruhigen Zeiten. In ihrer ersten Rede als IWF-Chefin richtete sie nun eine direkte Forderung an Deutschland.

Kristalina Georgiewa: Deutschland muss die Wirtschaft mit Investitionen ankurbeln
Eric BARADAT / AFP

Kristalina Georgiewa: Deutschland muss die Wirtschaft mit Investitionen ankurbeln


Deutschland müsse seine Wirtschaft mit höheren Ausgaben ankurbeln. Das fordert die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kristalina Georgiewa. Vor allem zusätzliche Ausgaben in den Bereichen Infrastruktur und Forschung hätten das Potenzial, das Wachstum zu fördern, sagte Georgiewa in einer Rede.

Angesichts einer sich abzeichnenden Abkühlung der Weltwirtschaft sei es für die Länder mit finanziellem Spielraum wie Deutschland, die Niederlande und Südkorea jetzt Zeit, diesen Weg vorzubereiten, sagte Georgiewa.

Die Welt befände sich in einer Phase der "gleichzeitigen Abschwächung", sagte die neue IWF-Chefin. In diesem Jahr erwarte der IWF "langsameres Wachstum in fast 90 Prozent der Welt". Dies sei das schwächste Wachstum seit Beginn des Jahrzehnts.

700 Milliarden Dollar Kosten durch Handelskonflikt zwischen USA und China

Deutschland gehöre zu den wenigen Ländern, die schon jetzt anfangen sollten, die Wirtschaft mit höheren Ausgaben anzukurbeln oder diesen Schritt vorzubereiten, sagte Georgiewa.

Auch zu dem andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China äußerte sich die Bulgarin. Laut einer IWF-Prognose könne die globale Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu 700 Milliarden US-Dollar sinken.

Die Summe setze sich aus den direkten und indirekten Kosten zusammen - wie Vertrauensverlust, Unsicherheit und Marktreaktionen. Genauere Daten werde der IWF in der kommenden Woche veröffentlichen. "In einem Handelskrieg verliert jeder", sagte die Ökonomin und forderte die Konfliktparteien auf, sich zu einigen.

Die 66-jährige Georgiewa leitet den IWF seit dem 1. Oktober. Sie übernahm das Amt von der Französin Christine Lagarde. Vorher war Georgiewa unter anderem Geschäftsführerin der Weltbank und EU-Kommissarin.

fek/dpa/Reuters



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