Gemeinschaftswährung Vorstufe zu Euro-Mitgliedschaft - Kroatien stellt Antrag

Kroatien will der Eurozone beitreten und hat einen entsprechenden Antrag bei den EU-Finanzministern eingereicht. Aber das Verfahren dürfte noch lange dauern.

Euro-Symbol vor dem Europaparlament in Brüssel: Auch Kroatien will der Währungsunion beitreten (Archiv).
Mark Renders / Getty Images

Euro-Symbol vor dem Europaparlament in Brüssel: Auch Kroatien will der Währungsunion beitreten (Archiv).


Kroatien hat eine wichtige Weiche auf dem Weg zu einer künftigen Euro-Mitgliedschaft gestellt. Das Land beantragte am Montag, dem Wechselkursmechanismus WKM II beizutreten. Die Teilnahme am WKM II ist Voraussetzung für eine spätere Mitgliedschaft im gemeinsamen Währungsraum.

Ein Land muss mindestens zwei Jahre an dem Mechanismus teilgenommen haben, ehe es den Euro einführt. Die Währungen der jeweiligen Länder werden durch den WKM II überwacht und dürfen nur innerhalb einer begrenzten Bandbreite zum Euro auf- oder abwerten.

Erst danach ist ein Eurobeitritt möglich. Abschließend müsste die EU-Kommission den Beitritt vorschlagen, die Staats- und Regierungschefs müssten ebenfalls zustimmen. Sollten die Europäische Zentralbank (EZB) und die Staaten den Antrag unterstützen, könnte das Balkanland frühestens 2023 der Währungsgemeinschaft beitreten.

Die europäischen Finanzminister begrüßten den Schritt Kroatiens. "Das zeigt, dass die Eurozone ein stabiler Anker ist (...) und weitere Mitglieder anzieht", sagte Euro-Gruppen-Chef Mário Centeno. Das Land habe eine Reihe von Zusagen gemacht - etwa in der Bankenaufsicht und bei der Verbesserung des Wirtschaftsumfelds. Dies solle nun kontrolliert werden.

In einer Umfrage der kroatischen Zentralbank aus diesem Jahr hatten sich 52 Prozent der Teilnehmer für den Euro ausgesprochen. 40 Prozent waren dagegen. Kroatiens Währungshüter lassen die Landeswährung Kuna derzeit in einer engen Spanne von 7,4 bis 7,7 Kuna zum Euro schwanken.

In der Europäischen Union haben derzeit 19 Staaten den Euro als Zahlungsmittel. Vertraglich sind sämtliche EU-Staaten mit Ausnahme von Dänemark und Großbritannien, das die Union verlassen will, dazu verpflichtet, langfristig den Euro einzuführen. Sie müssen dafür eine Reihe von Kriterien einhalten, etwa eine stabile Inflationsrate. Neben Kroatien drängte zuletzt vor allem Bulgarien in die Gemeinschaftswährung.

fek/Reuters/dpa



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