28. EU-Staat Kroatien will rasch in den Euro

Mit einer Festsitzung im Parlament feiert Kroatiens Elite den EU-Beitritt in der Nacht zum Montag. Notenbankchef Boris Vujcic denkt schon einen Schritt weiter: In vier bis fünf Jahren wolle man den Euro als Währung einführen, sagt er in einem Interview.
Kroatische Hauptstadt Zagreb: "Der Euro-Zone schnell beitreten"

Kroatische Hauptstadt Zagreb: "Der Euro-Zone schnell beitreten"

Foto: Luis Davilla

Zagreb - Am Sonntag um Mitternacht tritt Kroatien der EU bei, und auch an der Übernahme des Euro als Währung hat das Land Interesse. "Wir wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten", sagte der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sein Land werde in vier bis fünf Jahren reif dafür sein.

Kroatien wird das 28. Mitgliedsland der EU und nach Slowenien das zweite EU-Mitgliedsland aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die kroatische Staats- und Regierungsspitze feiert den Beitritt mit einer Festsitzung im Parlament. Am Sonntag um Mitternacht werden die Zollschranken und Grenzkontrollen zwischen Kroatien und den Nachbarländern Italien, Slowenien und Ungarn gelockert.

"Mit dem Beitritt wurde ein Generationenziel erreicht, das eine Wende in der Entwicklung Kroatiens bedeutet", sagte Staatspräsident Josipovic: "Das war unser nationales Ziel, in dem sich alle Parteien einig waren."

Sein Land werde in Zukunft nicht mit Hochmut auf die Balkanländer herabschauen, die noch nicht in der EU seien, sagte Regierungschef Zoran Milanovic. Vielmehr wolle sich die frühere jugoslawische Republik zum Anwalt auch der Nachbarländer machen, die ebenso in die EU streben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht auf Kroatien noch viel Reformarbeit zukommen. "Gerade im Bereich der Rechtssicherheit und der Korruptionsbekämpfung sind noch viele weitere Schritte zu gehen", sagte sie. Zudem müsse das Adrialand noch weitere Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen durchführen. "Aber das gilt nicht nur für das neue Mitgliedsland Kroatien, sondern das gilt für uns alle."

Die übrigen EU-Aspiranten auf dem Balkan sind Serbien, Mazedonien, Bosnien, Montenegro, Albanien und Kosovo.

ssu/dpa/Reuters
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