Akuter Treibstoffmangel Kuba ordnet Einsatz von 4000 Ochsengespannen an

Kuba geht der Sprit für Traktoren aus, deshalb sollen nun tierische Erntehelfer massenhaft zum Einsatz kommen. US-Sanktionen und die Krise in Venezuela setzen dem Land stark zu.

Ochsengespann in Kuba: Archivbild aus dem Jahr 2016
REUTERS

Ochsengespann in Kuba: Archivbild aus dem Jahr 2016


Wegen eines Mangels an Kraftstoff sollen in Kuba wieder Zugtiere in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Es sei der Gebrauch von rund 4000 Ochsengespannen beim Anbau von Zuckerrohr und anderen Lebensmitteln beschlossen worden, zitierten Staatsmedien am Donnerstag den Präsidenten der Zuckerbehörde Azcuba, Julio García Pérez. Außerdem soll weniger Dünger importiert und stattdessen Nebenprodukte der Zuckerherstellung benutzt werden.

Der Staatschef der sozialistisch regierten Karibikinsel, Miguel Díaz-Canel, hatte eine Woche zuvor Kraftstoffengpässe, vor allem beim Diesel, angekündigt und verschärfte Sanktionen der USA dafür verantwortlich gemacht. Washington setze Reedereien unter Druck, um die Versorgung der rund elf Millionen Einwohner zählenden Insel per Schiff zu verhindern, sagte der Präsident.

Tatsächlich setzt US-Präsident Donald Trump auf einen harten Sanktionskurs gegen Kuba - anders als sein Vorgänger Barack Obama. Anfang September erst hat die US-Regierung die Überweisungen von Exil-Kubanern aus den USA in ihre Heimat auf maximal 1000 Dollar pro Quartal gedeckelt - ein Schritt, der viele Kubaner hart trifft.

Ölnachschub aus Venezuela stockt

Die US-Sanktionen sind gleichwohl nicht der einzige Grund für die Krise: Kuba ist eine kommunistische Diktatur, die staatlich gelenkte Planwirtschaft hat seit Jahrzehnten mit massiven Versorgungsmängeln zu kämpfen.

Hinzu kommt die Krise in Venezuela: Kuba erhält Öl von seinem Verbündeten im Austausch für die Dienste entsandter Ärzte und verkauft dieses, um sich Devisen zu beschaffen. Die schwere Krise in dem südamerikanischen Land hat aber auch die Karibikinsel getroffen - die Öllieferungen sind stark zurückgegangen.

Trump hat Obamas Lockerungspolitik gegenüber Kuba zurückgedreht. Begründet wird dies mit der "Unterdrückung der Menschen Kubas" und der Unterstützung von Venezuelas umstrittenem Präsidenten Nicolás Maduro durch Kuba.

beb/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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DietzThought 20.09.2019
1. Die Kubaner werden überleben
Kein anderes Land hat dem Imperium länger erfolgreich Widerstand geleistet, egal ob Blockaden, Embargos, Mordversuche auf den Präsidenten, Invasionen, die Kubaner halten durch!
OlliFussballfan 20.09.2019
2. Aktiver Beitrag zum Klimastreik
Ist zwar nicht ganz freiwillig, was die Kubaner da machen (müssen), aber klimafreundlich. Und der Düngerersatz ist auch noch natürlich und nachhaltig. Wenn der orange Mann im Weißen Haus das wüsste, würde er wahrscheinlich die Sanktionen wieder aufheben.
hoeffertobias 20.09.2019
3. Treibstoffmangel ....
.... und dann zurück zum Ochsenkarren. Das kann auch nur Sozialisten einfallen.
frenchie3 20.09.2019
4. @3 Na, dann mal Ihren Vorschlag
als Kapitalist. Zitat: ".... Das kann auch nur Sozialisten einfallen". Wäre die Umrüstung der Traktoren auf Batteriebetrieb eine Idee? Oder Rum in den Tank? Die alten Kisten dort fahren bestimmt auch noch mit Frittenöl, das bekäme Kuba ganz sicher geschenkt von den europäischen Entsorgungsfirmen
karlsiegfried 20.09.2019
5. Ein echter Beitrag zum Klimaschutz
Das ist nicht zynnisch gemeint. So wie in der Nachkriegszeit Lebensmittelkarten ausgegeben worden sind, sollten nun Benzinkarten ausgegeben werden. Für jeden Fahrzeughalter gibt es pro Monat kostengünstig x Liter. Jeder weitere Liter kostet das Doppelte. Wer viel fährt, kann seine teuren Liter bei denjenigen kaufe, welche wenig fahren. Hat mit den Lebensmittelkarten auch geklappt.
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